Straße und Trail
Ist Gravel Running die neue Trendsportart?

| Text: Christian Bruneß | Fotos: Salomon

Lieber auf den Trails oder der Straße laufen? Oder wie wäre es, wenn man sich einfach nicht zwischen den beiden Optionen entscheiden müsste? Das ist nämlich die Idee des neuen Trends Gravel Running.

„Ich bin richtig geflasht“, sagt mein Kollege Benni Bublak mit einem breiten Grinsen zu mir, als er von seinem Strecken-Erkundungslauf zurückkehrt. Da ist es, das Funkeln in den Augen eines Trailrunners, der sich gerade zum hundertsten oder tausendsten Mal aufs Neue in seinen Sport verliebt hat.

Und das, obwohl oder gerade weil Benni in den Alpen zuhause ist und normalerweise die alpinere Variante des Trailrunnings bevorzugt. Im Frühjahr schlägt nämlich die Stunde des nicht-alpinen Trailrunnings. Oder sagen wir: Des Gravel Runnings? Aber zum Thema Gravel Running kommen wir gleich.

Das Laufrevier vor den Toren Wiens

Während die hohen Berge noch schneebedeckt sind, laden die Trails in tiefergelegenen Regionen ein, die Saison in hügeligen Waldlandschaften einzuläuten. Eine dieser Landschaften ist die Region Baden in Österreich, eine gute halbe Autostunde südlich von Wien. Hier, in den umliegenden Hügeln der 12.000-Einwohnerstadt Bad Vöslau, fand der Salomon Lindkogel Trail statt.

Der hier liegende Wienerwald ist ein regelrechtes Trailrunningparadies. Der Hohe Lindkogel ist mit 834 Metern eine der höchsten Erhebungen dieses Mittelgebirges am Nordostende der Alpen und Namensgeber des Trailwettkampfes, der 2017 seine Premiere gefeiert hat. Ein regelrechtes Spinnennetz aus schmalen Pfaden und ausgebauten Wanderwegen durchzieht dieses Trailrevier. Ein großer Abenteuerspielplatz für die zwei Millionen Wienerinnen und Wiener.

Hier gibt es Wurzeltrails satt. Immer wieder tauchen auch kleine Felsformationen auf. Wer stehenbleibt, kann sie als Aussichtspunkt nutzen und einen Rundumblick in die Ferne sowie über das hier angelegte Weinanbaugebiet genießen (wie wir hörten, soll der Badener Weißburgunder köstlich schmecken).

Gestatten, hier kommt Gravel Running

Am Freitag vor dem Rennwochenende nutzt der Titelsponsor Salomon die Gelegenheit, Einblicke in die Unternehmenshistorie und die aktuelle Trail-Kollektion zu geben. So weit, so erwartbar? Denkste! Die Franzosen aus Annecy haben sich nämlich etwas ganz Neues einfallen lassen. Sie nennen es Gravel Running. Die erste Assoziation, nämlich Gravel Biking, ist durchaus gewollt.

Ähnlich wie mit einem Gravel Bike sollen bewegungsfreudige Menschen mit einem Gravel Running-Schuh Grenzen überwinden können – sowohl terrainbedingte als auch innere, selbstauferlegte Grenzen. Festgefahrene und einschränkende Glaubenssätze wie „Ich bin Trailrunner, Asphalt ist langweilig“ oder „Ich bin Straßenläuferin, Trailrunning ist mir zu wild“ sollen mit den Gravel Running-Schuhen von Salomon überwunden werden.

Schu(h)bladendenken war gestern. Das Motto lautet: Running ohne Limits. Der Laufschuh will im Grunde eine Manifestation einer Haltung sein. Es geht um eine Offenheit für die Vielfalt des Laufens, für eine inklusive Gemeinschaft, die jede und jeden willkommen heißt und die neugierig auf das nächste Lauf-Abenteuer ist. Dabei ist das Ziel nicht eine geplante Distanz, eine bestimmte Geschwindigkeit oder ein Gipfelkreuz, sondern der Prozess des freien Laufens selbst.

Gravel als Brücke zwischen Trail und Straße

Die Philosophie des Gravel Runnings scheint uns in ihrer Zielsetzung sehr gegenwärtig zu sein. Wer möchte sich schon auf etwas festlegen? Dinge offen zu halten und flexibel zu bleiben – das sind beobachtbare Charaktereigenschaften des (post-)modernen Menschen. Auf das Laufen bezogen bedeutet das: Laufen, wohin einen die Schuhe tragen mögen.

„Mit unserem neuen Gravel-Segment verbinden wir die Leichtigkeit von Road-Running-Schuhen mit dem nötigen Grip und Komfort für Schotter- und Waldwege“, betont Tobias Bogner, Salomon Marketing Manager Running Österreich. Es geht Salomon darum, eine Brücke zwischen zwei Welten, Trail und Straße, zu bauen.

Wobei der Trend Gravel Running an sich nicht gänzlich neu ist und in der Praxis schon längst existiert und gelebt wird. Der französische Hersteller hat ihn lediglich erkannt, aufgegriffen und forciert ihn nun mit den entsprechenden Produkten. Bogner bestätigt: „Wir sehen Gravel Running als wachsenden Trend, der bereits zahlreiche Läuferinnen begeistert und den Laufsport mit seiner intuitiven, leichten und unkonventionellen Facette enorm bereichert.“

Du willst noch mehr über Gravel Running erfahren? Dann findest du hier jede Menge Infos.