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Die Tipps der Stars
Mehr Motivation: Was wir von Michael Phelps lernen können

| Text: Christian Ermert | Fotos: Under Armour

Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Hier verrät er, was ihn angetrieben hat, nach sportlicher Perfektion zu streben. Was Normalläufer aus seinen Erfahrungen lernen können.

Der US-Schwimmer Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Er gewann von 2004 bis 2016 in Athen, Peking, London und Rio insgesamt 23 Goldmedaillen. Wir haben den 34-Jährigen in seiner Heimatstadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland getroffen, wo auch sein Ausrüster Under Armour zuhause ist. Dort hat er uns verraten, was ihn seit seinem elften Lebensjahr angetrieben hat, nach sportlicher Perfektion zu streben. Und wir haben uns überlegt, was Normalläufer aus den Erfahrungen des Super-Athleten lernen können.

Michael Phelps über seinen Ehrgeiz als Jugendlicher

Andere Athleten trainierten damals typischerweise an sechs Tagen pro Woche. Die meisten hatten sonntags frei. Ich nicht. Ich habe während meiner Karriere an jedem Tag trainiert. Auch sonntags. Denn ich wusste: Wenn du als Schwimmer einen Tag lang pausierst, brauchst du danach zwei Tage, um das Niveau wieder zu erreichen, das du vor dem Ruhetag hattest. Deshalb habe ich an 365 Tagen im Jahr trainiert. Fünf Jahre lang. Nicht mal an Weihnachten oder an Geburtstagen hatte ich frei. Zehn Trainingseinheiten in der Woche waren mein Pensum. Für mich gab es kein: „Ich kann nicht.“ „Ich bin müde.“ „Mir tut etwas weh.“ Diese Worte hatte ich aus meinem Vokabular entfernt. Für mich war das damals so, als würde ich auf ein Sparkonto bei der Bank einzahlen. Meinen Lohn wollte ich in ein paar Jahren abholen. Mit Zins und Zinseszins. Mein Rat: Wenn du an einem Tag keine 100 Prozent geben kannst, weil du angeschlagen oder krank bist, dann gib so viel wie du geben kannst. Gib 10, gib 20 Prozent – das ist viel mehr als gar nichts. So setzt du deinen eingeschlagenen Weg fort und kommst Stück für Stück nach vorn. Rom wurde nicht an einem Tag gebaut – wie oft haben wir das schon gehört. Aber es stimmt ja. Wer ein Haus bauen will, muss das Stück für Stück tun, einen Ziegelstein auf den anderen setzen. Vor allem darf er nicht aufhören. Besser einen halben Ziegelstein hinzufügen als gar keinen. Das gilt auch fürs Training. Aber es war schon damals nicht nur das Training, auf das es ankam. Regeneration. Ernährung. Schlaf. Alles sollte zu einhundert Prozent passen. Denn mir war klar: Wenn ich etwas erreichen will, das noch kein Athlet vor mir geschafft hat, muss ich auch einiges anders machen als die Athleten vor mir.

Und das lernen wir Läufer daraus:

Wer etwas Besonderes schaffen will, muss sich von der Masse abheben. Man muss ja nicht gleich nach olympischen Lorbeeren streben. Aber mehr zu investieren als der Rest, lohnt sich oft. Auch für mehr Fitness, Lebensfreude und Glück. Egal ob im Beruf, im Sport oder bei anderen Hobbys, die man einfach gern macht. Wenn man krank oder verletzt ist, sollte man natürlich nicht so trainieren als wäre man gesund. Dann darf man sicher sagen: „Ich kann nicht so trainieren, wie ich will.“ Aber: Dann sollte man alles dafür zu tun, möglichst schnell wieder gesund zu werden. Die Botschaft ist: Nicht aufgeben, nicht hängen lassen. Es lohnt sich!

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