Der Weg von Tigst Assefa zum Marathon-Weltrekord war ungewöhnlich. Angefangen als 800-m-Läuferin erreichte sie eine Bestzeit von 1:59,24 Minuten. Das war schnell, aber nicht gut genug, um international bei den großen Meisterschaften vorne mitmischen zu können. Bei den Olympischen Spielen 2016 schied sie im Vorlauf aus. Nach einer rund zweijährigen Pause wechselte Tigst Assefa Ende 2018 von der Bahn auf die Straße. Hier lief sie zunächst über 10 km und etwas später auch im Halbmarathon. Dann folgte während der Corona-Pandemie und aufgrund der Lockdowns eine weitere Pause.
2022 kam Tigst Assefa zurück zu den internationalen Straßenrennen und erreichte gute Bestzeiten über 10 km (30:52 Minuten) sowie im Halbmarathon (67:28). Im März 2022 war sie in Riad in Saudi-Arabien ihr Marathon-Debüt gelaufen und hatte Platz sieben in 2:34:01 Stunden belegt. „Die 2:34 Stunden von Riad spiegelten aber nicht mein eigentliches Niveau wider. Ich hatte vor dem Rennen eine Verletzung, die mich behinderte, wollte aber meinen Start nicht absagen. Es ging mir auch darum, Erfahrungen im Marathon zu sammeln. Dieses Rennen damals war eine Lektion für mich. Ich merkte, dass ich deutlich mehr trainieren muss“, erzählte Tigst Assefa, die in Addis Abeba zur Trainingsgruppe von Gemedu Dedefo gehört. Der Marathon-Weltmeister von 2021, Tamirat Tola, der Berlin-Sieger von 2021, Guye Adola, oder auch Amane Beriso, deren äthiopischen Rekord sie am Sonntag brach, gehören zu der Trainingsgruppe. „Ich habe mich ein halbes Jahr lang auf den Marathon in Berlin vorbereitet.“
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