Gesund sein und bleiben – daraus beziehen wir einen Großteil unserer Motivation fürs Laufen. Bei Krankheiten wie Diabetes und Depressionen ist Ausdauersport seit langem ein wichtiger Therapiebaustein, weil er das Körpergewicht und den Blutzucker regulieren und stimmungsaufhellende Botenstoffe ausschütten kann. Aber wie ist das bei anderen Krankheiten?
Wir haben die berechtigten Warnungen verinnerlicht, bei Infekten auf intensiven Sport zu verzichten, um nicht die Entwicklung einer Herzmuskelentzündung zu riskieren. Die würde ein absolutes monatelanges Sportverbot nach sich ziehen. Es gibt daneben eine Reihe ernster Erkrankungen, für die alle medizinischen Leitlinien früher strikte körperliche Ruhe vorsahen.
Die Befürchtung einer immunschwächenden „Energieverschwendung“ sowie der Glaube, die Patienten seien prinzipiell zu schwach, um sich zu fordern, dominierten die Lehrmeinungen. Mittlerweile gibt es eine deutliche Evidenz, wie sehr Patienten selbst bei lebensbedrohenden Herz-Kreislauf- und Krebserkrankung von einem auf das individuelle Leistungsvermögen angepassten Training profitieren. Zudem gibt es Erkrankungen – etwa der Augen – für die eine therapeutische Wirkung des Laufens lange gar nicht im Fokus stand.
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