Wien-Marathon
Fabienne Königstein bereit für ihren zweiten Marathon in vier Wochen

| von Jörg Wenig

Aus deutscher Sicht steht beim Wien-Marathon am Sonntag (6. April) Fabienne Königstein im Blickpunkt, die nur vier Wochen nach ihrem Start in Nagoya wieder Marathon läuft.

Kenias Eliteläufer stellen die Favoriten beim Vienna City Marathon. Nachdem im vergangenen Jahr der Äthiopier Chala Regasa das Rennen gewann, wäre am Sonntag alles andere als ein kenianischer Sieg eine dicke Überraschung. Justus Kangogo führt mit einer Bestzeit von 2:05:57 Stunden die Startliste an während seine kenianische Landsfrau Vibian Chepkirui, die 2022 mit ihrer nach wie vor aktuellen Bestzeit von 2:20:59 auch den Wiener Streckenrekord aufstellte, die Nummer eins bei den Frauen ist. Sehr kaltes Wetter mit Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt könnte aber einen negativen Einfluss auf die Zeiten haben.

Als schnellste Europäerin geht Fabienne Königstein (MTG Mannheim) ins Rennen. Die 32-jährige hat eine Bestzeit von 2:25:48, die sie 2023 in Hamburg lief. Erst vor vier Wochen rannte sie beim Nagoya-Marathon in Japan mit 2:28:20 die zweitschnellste Zeit ihrer Karriere. Es war seit Hamburg 2023 das erste 42,195-km-Rennen, bei dem sie ins Ziel kam.

Nach langwierigen Verletzungsproblemen hatte Fabienne Königstein im Vorfeld von Nagoya noch längst nicht wieder normale Marathon-Trainingsumfänge erreicht. Aufgrund der dadurch geringeren Belastung entschloss sie sich zu einem zweiten Marathon mit extrem kurzem Zeitabstand. Ob dieses Experiment gut geht, wird sich am Sonntag zeigen - aber Fabienne Königstein ist zuversichtlich. „Ich hatte unmittelbar nach dem Nagoya-Marathon gleich wieder Lust zu laufen. Nach fünf Tagen Erholung habe ich zwei Wochen gut trainieren können und dabei waren die wöchentlichen Umfänge höher als vor dem Marathon in Nagoya. Zwar hatte ich dann vor ein paar Tagen noch eine Erkältung, aber jetzt bin ich bereit für den Vienna City Marathon“, erzählt Fabienne Königstein.

„Ich bin eine Läuferin, die sich vor einem Rennen ziemlich unter Druck setzt. Nach dem Marathon in Nagoya war ich zufrieden - dadurch ist der Druck weg und ich kann jetzt mit viel Freude in Wien laufen.“ Aufgrund der sich abzeichnenden Kälte wird Fabienne Königstein mit langen Sachen den Marathon rennen. „Die Kälte ist nicht mein Wetter. Aber für die Afrikanerinnen gilt dies sicherlich erst recht. Eine Bestzeit kann für mich nicht das Ziel sein, aber vielleicht entwickelt sich ein offeneres Rennen und ich kann eine gute Platzierung erreichen.“

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