Wenn du manchmal bei einer anstrengenden Trainingseinheit außer Atem gerätst und die Beine sich schwer anfühlen, ist das ganz normal.
Wenn das öfter vorkommt, kann allerdings auch eine zu hohe Belastung oder ein gesundheitliches Problem der Grund sein.
Warum geraten wir beim Laufen außer Atem?
Beim Laufen brauchen die Muskeln mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Gleichzeitig muss der Körper mehr Kohlendioxid abtransportieren. Herz und Lunge arbeiten deshalb intensiver. Wie stark du diese Veränderung spürst, hängt unter anderem von deinem Trainingszustand, dem Lauftempo und den äußeren Bedingungen ab.
Wenn du gerade erst mit dem Laufen anfängst, kann dich schon eine kurze Strecke aus der Puste bringen. Problematisch wird es, wenn die Atemnot nicht zur Belastung passt.
Die häufigsten Ursachen für Atemnot beim Laufen
Ein häufiger Grund liegt in zu hohem Tempo. Wer zu schnell losläuft, fordert Herz und Lunge stärker, als es die aktuelle Ausdauer erlaubt. Ein einfacher Test hilft dir bei der Orientierung: Kannst du beim Laufen noch in ganzen Sätzen sprechen? Wenn nicht, solltest du das Tempo reduzieren.
Auch fehlende Kondition kann die Ursache sein. Regelmäßiges Training verbessert die Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff aufzunehmen und für die Arbeit der Muskeln zu nutzen. Steigere deine Laufstrecken langsam und gönne dir ausreichend Erholung.
Die Bedingungen im Freien beeinflussen die Atmung ebenfalls: Kalte und trockene Luft reizt die Atemwege. Im Frühjahr und Sommer können Pollen zusätzliche Beschwerden auslösen. Manche Läufer reagieren empfindlich auf Feinstaub oder andere Luftschadstoffe.
Ein weiterer möglicher Grund ist ein überstandener Infekt. Auch wenn Schnupfen und Halsschmerzen verschwunden sind, kann sich das gewohnte Training noch anstrengend anfühlen. Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl, Brustschmerzen oder ungewöhnlicher Atemnot solltest du komplett auf Sport verzichten.
Atemnot als Warnsignal
Achte besonders auf folgende Warnzeichen:
- Plötzliche, starke Atemnot
- Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Schwindel
- Pfeifende Atmung
- Ungewöhnliche Leistungseinbußen
Bei schwerer Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder bläulichen Lippen erreichst du den Notruf unter der Nummer 112. Beende bei diesen Symptomen die Belastung sofort und warte nicht darauf, dass die Beschwerden von allein verschwinden.
Dahinter können neben Atemwegserkrankungen auch Blutarmut oder Herzprobleme stecken.
Was hilft gegen Atemnot beim Laufen?
Wenn du beim Joggen außer Atem gerätst, solltest du zunächst das Tempo reduzieren. Gehe ein Stück, bis sich die Atmung beruhigt. Atme ruhig und gleichmäßig, ohne tiefe Atemzüge zu erzwingen.
Für das Training selbst helfen einige einfache Tipps:
Beginne langsam. Laufe die ersten Minuten bewusst locker und gib deinem Körper Zeit, sich auf die Belastung einzustellen.
Trainiere deine Grundkondition. Regelmäßige, moderate Einheiten verbessern die Belastbarkeit. Kurze Gehpausen helfen dabei, länger und entspannter unterwegs zu sein.
Steigere die Belastung allmählich. Erhöhe nicht gleichzeitig Tempo, Laufdauer und Trainingshäufigkeit. Gib dem Körper Zeit, sich an neue Anforderungen anzupassen.
Achte auf deine Haltung. Eine aufrechte, entspannte Haltung erleichtert das Atmen.
Verschiedene Atemtechniken funktionieren nicht für jeden Läufer gleich gut. Manche kommen mit einer gleichmäßigen Atmung im Rhythmus der Schritte am besten zurecht, andere lassen ihren Atem lieber natürlich fließen. Wichtiger als ein festes Schema ist, dass du entspannt bleibst und die Intensität an deine Leistungsfähigkeit anpasst.
Asthma als mögliche Ursache für Atemnot
Wenn du beim Laufen wiederholt unter Atemnot, Husten oder einem pfeifenden Atemgeräusch leidest, kann Asthma dahinterstecken. Bei manchen Menschen verengen sich die Bronchien vor allem bei körperlicher Belastung. Fachleute sprechen dann von Belastungsasthma oder einer belastungsinduzierten Bronchokonstriktion.
Ein Arzt kann durch eine Untersuchung der Lungenfunktion feststellen, ob Asthma oder eine andere Atemwegserkrankung vorliegt. Mit der passenden Behandlung können viele Betroffene weiterhin Sport treiben und ihre Ausdauer trainieren. Entscheidend ist, die Erkrankung zu erkennen und einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln.
Bei Asthma kommen je nach Befund unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Manche erweitern die Bronchien kurzfristig, andere wirken entzündungshemmend und dienen der langfristigen Kontrolle. Sie alle sind verschreibungspflichtig. Bevor du nach Alternativen zu einem Asthmaspray ohne Rezept suchst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass kein Hausmittel eine medizinische Behandlung nach der richtigen Diagnose ersetzt. Hausmittel wie Kräuterdampfbäder oder ätherische Öle können die Atemwege zusätzlich reizen.
Mit der richtigen Einschätzung entspannt weiterlaufen
Atemnot gehört bis zu einem gewissen Grad zur körperlichen Anstrengung. Wenn du dein Tempo anpasst, deine Kondition langsam aufbaust und auf ausreichende Erholung achtest, kannst du viele typische Beschwerden vermeiden.
Tritt die Atemnot allerdings schon bei geringer Belastung auf, solltest du sie nicht als Zeichen von mangelnder Fitness abtun. Eine rechtzeitige Untersuchung schafft Klarheit und hilft dir, dein Training sicher fortzusetzen.