Boston-Marathon im September fällt aus

| Text: Jörg Wenig | Foto: photorun.net

Der älteste City-Marathon der Welt fällt erstmals in seiner Geschichte komplett aus: Am späten gestrigen Abend gaben die Veranstalter des Boston-Marathons bekannt, dass der Traditionslauf in diesem Jahr nicht stattfinden wird.

Ursprünglich war die 124. Auflage des Rennens für den 18. April geplant. Durch die in den USA verheerende Coronavirus-Pandemie mit inzwischen über 100.000 Todesopfern musste nun auch der Ersatztermin am 14. September gestrichen werden. Der Boston-Marathon gehört zur World Marathon Majors-Serie (WMM) und ist der erste Lauf der WMM und das erste bedeutende Rennen der internationalen Herbst-Saison, das aufgrund der Corona-Krise definitiv nicht stattfinden wird. Im kommenden Jahr ist der Boston-Marathon für den 19. April geplant.

Der Boston-Marathon hatte 1897 - ein Jahr nach den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen, bei denen ein Marathonrennen stattfand - seine Premiere und wurde auch während der beiden Weltkriege durchgehend veranstaltet. 1918 war der Lauf zunächst abgesagt worden, fand dann jedoch in Form eines Staffelrennens statt.

„Priorität hat das Sichern der Gesundheit unserer Gesellschaft, unserer Angestellten, der Teilnehmer, der freiwilligen Helfer, der Zuschauer und der Fans“, sagte der Chef des Boston-Marathon-Veranstalters BAA, Tom Grilk. „Wir können die Welt im September nicht nach Boston bringen, aber wir planen, Boston für einen ,historischen’ 124. Boston-Marathon in die Welt zu bringen.“ Die Organisatoren wollen einen virtuellen Boston-Marathon veranstalten. Die Teilnehmer können dabei binnen einer Woche vom 7. bis 14. September in ihrer heimatlichen Umgebung einen Marathon laufen. Wer die Strecke am Stück gelaufen ist und dem Veranstalter das Ergebnis nachweist, erhält unter anderem eine Urkunde und ein T-Shirt.

Eine Reihe von Weltklasseläufern sollten ursprünglich beim Boston-Marathon an den Start gehen. Unter ihren waren auch die beiden Vorjahressieger Lawrence Cherono (Kenia/Bestzeit: 2:04:06) und Worknesh Degefa (Äthiopien/2:17:41). Sechs Läufer mit Bestzeiten von unter 2:06 Stunden und fünf Athletinnen mit persönlichen Rekorden von unter 2:20 standen auf der Startliste des Traditionsrennens.

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