Die Wahl zu den Läuferinnen und Läufern des Jahres geht in die nächste Runde: Zusammen mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und German Road Races (GRR), der Vereinigung der großen Laufveranstaltungen im deutschsprachigen Raum suchen wir wieder die Besten der Besten. Wer folgt auf Gesa Krause und Amanal Petros, die 2024 zur Läuferin und zum Läufer des Jahres gewählt wurden?
Hier kannst du als GRR-Mitglied abstimmen. Du stimmst auch ab, wer beim unter 20 Jahre alten Laufnachwuchs im Jahr 2025 am meisten überzeugt hat. Die Redaktion von laufen.de hat gemeinsam mit dem GRR-Vorstand in vier Kategorien insgesamt 28 Athletinnen und Athleten nominiert, die wir für preiswürdig halten.
Wer tritt die Nachfolge von Amanal Petros und Gesa Krause an?
Die Bandbreite der Nominierten ist dabei groß: Sie laufen zwischen 800 Metern und 42,195 Kilometern. Oder waren auf Trails im Gebirge erfolgreich. Sie sind WM-Medaillengewinner, Deutsche Meister, Deutschlands Schnellste. Oder haben eine besondere Leistung erbracht, die sich nicht allein in einer Platzierung oder in Stunden, Minuten, Sekunden beschreiben lässt. Wichtig dabei: Für die Bewertung zählt nicht allein das Kalenderjahr 2025, sondern der Zeitraum seit der letzten Vergabe der Preise Ende November 2024.
Und jetzt bist du als GRR-Mitglied dran: Du stimmst ab, wer die Preise 2025 erhalten wird. Begleitet wird die Wahl von einem Votum der fast 60.000 Mitglieder starken laufen.de-Community. Für die Auswertung werden die beiden Abstimmungen gleich gewichtet. Die Sieger und Siegerinnen werden am 21. November bei unserer großen Laufgala in Bremen verkündet und ausgezeichnet.
So läuft die Wahl: Kandidat*innen kennenlernen und abstimmen
Du kennst dich in der Szene aus und weißt genau, wer deine Favoritinnen und Favoriten sind? Dann stimmst du einfach hier direkt ab. Du willst die Kandidatinnen und Kandidaten, die von der laufen.de-Redaktion und vom GRR-Vorstand nominiert worden sind, erstmal näher kennenlernen? Dann liest du zunächst die Porträts weiter unten und stimmst dann ab.
Die Nominierten
Läuferin des Jahres
Auf vielen Strecken schnell
Elena Burkard
Elena Burkard von der LG farbtex Nordschwarzwald hat eine große Bandbreite anzubieten: Sie gewann DM-Medaillen über 1500, 3000 und 5000 Meter, startete bei der WM über 5000 Meter und lief über 10.000 Meter bzw. 10 Kilometer neue Bestzeiten und bei der Straßenlauf-EM auf Rang zehn.
Vor allem über die 10.000 Meter auf der Bahn bzw. 10 Kilometer auf der Straße zeigte Elena Burkard in diesem Jahr starke Resultate. Im März lief sie in Leverkusen die 10 Kilometer auf der Straße in der neuen persönlichen Bestzeit von 31:52 Minuten und verbesserte damit den Streckenrekord von Sabrina Mockenhaupt beim Lauf-Klassiker „Rund ums Bayer-Kreuz“ um elf Sekunden. Bei den erstmals ausgetragenen Straßenlauf-Europameisterschaften in Leuven (Belgien) wiederholte sie diese Zeit genau und lief auf einen starken zehnten Rang. Noch einmal deutlich schneller war sie bei den Deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften auf der Bahn in Hamburg, wo sie in 31:40,79 Minuten den Titel gewann. Damit schob sie sich auf Platz zehn der ewigen deutschen Bestenliste. Zudem überzeugte sie mit drei Silbermedaillen bei Deutschen Meisterschaften: In der Halle über 1500 (4:13,78 min) und 3000 Meter (8:58,26 min) sowie im Freien über 5000 Meter (15:27,43 min). Das unterstreicht die große Bandbreite an Strecken, auf denen die 33-Jährige gute Zeiten läuft. Bei der Team-EM wurde Elena Burkard sechste über 5000 Meter, über diese Distanz war sie auch bei der WM am Start.
Überraschungs-Silber
Eva Dieterich
Eva Dieterich von der LAV Stadtwerke Tübingen gelang bei den Straßenlauf-Europameisterschaften ein Überraschungs-Coup: In der neuen persönlichen Bestzeit von 31:25 Minuten lief sie zu Silber. DM-Silber und Platz vier beim Europacup waren weitere tolle Resultate.
Es war eine der großen Überraschungen bei den erstmals ausgetragenen Straßenlauf-Europameisterschaften: Im belgischen Leuven stürmte die Tübingerin Eva Dieterich nicht nur zu einer neuen Bestleistung, sondern auch zur Silbermedaille. In 31:25 Minuten unterbot sie ihre alte Bestmarke um 23 Sekunden und lag nur 15 Sekunden hinter der Siegerin Nadia Battocletti aus Italien. Über die gleiche Distanz auf der Stadionrundbahn verbesserte sich die 26-Jährige drei Wochen später auf 31:45,18 Minuten und gewann damit Silber bei den Deutschen Meisterschaften. Beim Europacup im französischen Pace lief sie in 31:56,91 Minuten als Vierte nur um 2,85 Sekunden an einer weiteren internationalen Medaille vorbei. Bei der gleichen Veranstaltung lief sie die 5000 Meter als Sechste in 16:01,54 Minuten. Bei den Weltmeisterschaften ging sie über 10.000 Meter an den Start und beendete das Rennen bei hohen Temperaturen, die gute Leistungen verhinderten, in 33:46,76 Minuten auf Platz 24. Eine tolle Leistung zeigte sie noch im Juli im irischen Cork, wo sie die 3000 Meter erstmals in weniger als neun Minuten lief und 8:59,27 Minuten erzielte.
Berglauf-Königin
Nina Engelhard
Nina Engelhard vom PSV Grün-Weiß Kassel konnte bei den Berg- und Trailrunning-Weltmeisterschaften im spanischen Canfranc keine das Wasser reichen: In den Pyrenäen ging sie zweimal an den Start, gewann beide Rennen überlegen und holte zweimal Gold für das deutsche Team.
Sie war die Königin der Berg- und Trailrunning-WM in Canfranc. Nachdem sie im Vorjahr bereits zur zweifachen Europameisterin aufgestiegen war, gelang ihr das diesmal auf Weltniveau. In den spanischen Pyrenäen ging Nina Engelhard zweimal an den Start und erreichte zweimal als Siegerin das Ziel. Am ersten WM-Tag stand das „Uphill“- Rennen über 6,4 Kilometern und 990 Höhenmeter auf dem Plan. Nina Engelhard holte bald die zunächst enteilten vier Läuferinnen aus Uganda ein und baute dann ihren Vorsprung aus. In 45:33 Minuten gewann die 28-Jährige das Rennen und belegte zudem mit der Mannschaft Platz vier. Und so golden, wie die WM durch Nina Engelhard begonnen hatte, so endete sie auch: Im „Classic Trail“ über 14,3 Kilometer und 775 Höhenmeter löste sie sich früh von der Konkurrenz und entfernte sich dann immer weiter von den anderen Läuferinnen. Nach 1:11 Stunden erreichte sie das Ziel mit einem Vorsprung von 1:54 Minuten auf die schnellste Verfolgerin.
Stark auf Straße und Berg
Laura Hottenrott
Nur einmal war Laura Hottenrott bislang einen Marathon schneller gelaufen als die 2:26:56 Stunden, die sie dieses Jahr in Düsseldorf zeigte. Zudem bewies die 33-Jährige vom PSV Grün-Weiß Kassel wieder einmal, dass sie auch eine hervorragende Bergläuferin ist.
Zweite beim Düsseldorf-Marathon mit der zweitbesten Zeit der Karriere: Nicht schlecht, was Laura Hottenrott da dieses Jahr gelungen ist. In der Rheinmetropole lief sie schon nach 2:26:56 Stunden ins Ziel. Nur 2023 beim Valencia-Marathon, als sie 2:24:32 Stunden gelaufen war, war die 33-Jährige schon einmal schneller. Und mit den 2:27:10 Stunden, die sie im Frühjahr in Hannover lief, zeigte sie in diesem Jahr auch noch die drittschnellste Zeit ihrer Karriere, die ihr zudem Silber in der Wertung der Deutschen Meisterschaften brachte. Im Oktober gewann sie in 1:12:09 Stunden außerdem den Halbmarathon-Wettbewerb im Rahmen des München-Marathons und zeigte in 1:12:31 in Malaga ein ähnlich starkes Rennen. Beim Paderborner Osterlauf über 10 Kilometer wurde sie in 32:49 Minuten Dritte. Und auch in diesem Jahr zeigte Laura Hottenrott, dass ihr Läuferinnenherz nicht nur an den Straßenrennen hängt, sondern sie auch eine ausgezeichnete Bergläuferin ist. Bei der Berg- und Trailrunning-WM in Canfranc ging sie im „Uphill“- Rennen über 6,4 Kilometern und 990 Höhenmeter an den Start und lief in 47:43 Minuten als Neunte in die Top-Ten.
Lauf in Europas Spitze
Fabienne Königstein
Beim BMW Berlin-Marathon gelang Fabienne Königstein von der MTG Mannheim ein phänomenales Rennen: Um 3:31 Minuten steigerte sie ihre Bestleistung auf 2:22:17 Stunden und ist damit nun die drittschnellste Deutsche aller Zeiten. In Europa war dieses Jahr nur eine schneller als die 32-Jährige.
Es war ihr Rennen – und sie hatte es zuvor geahnt: Schon vor dem BMW Berlin-Marathon kündigte Fabienne Königstein an, dass sie die 42,195 Kilometer unter 2:23 Stunden laufen wolle. Und das, obwohl hohe Temperaturen angekündigt waren. Doch die 32-Jährige von der MTG Mannheim ließ ihre Ankündigung Taten folgen. Nach einem Sturmlauf durch die deutsche Hauptstadt erreichte sie nach 2:22 :17 Stunden als Sechste das Ziel – nur 1:12 Minuten nach der Siegerin. Ihre Bestleistung steigerte sie um 3:31 Minuten. Sie ist damit hinter Irina Mikitenko (2:19:19 h) und Melat Kejeta (2:21:47 h) die drittschnellste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten. In Europa ist in diesem Jahr nur die niederländische Olympiasiegerin Sifan Hassan den Marathon schneller gelaufen (2:19:00 h). Im Frühjahr war Fabienne bereits in Nagoya (Japan; 2:28:20 h) und Wien (2:28:49 h) am Start gewesen. Und auch auf den Unterdistanzen zeigte Fabienne Königstein sich stark. Im Mai lief sie in Tokio die fünf Kilometer in 15:39 Minuten so schnell wie nie zuvor. Und bei den Deutschen 10-Kilometer-Meisterschaften im September in Siegburg steigerte sie als Zweite ihre Bestzeit um eine Sekunde auf 32:35 Minuten.
Das Jahr der Sieben
Gesa Krause
Siebenmal war Gesa Krause vom Silvesterlauf Trier e.V. über die Hindernisse bei einer Erwachsenen-WM am Start, siebenmal lief sie ins Finale. So auch dieses Jahr, als sie in Tokio Rang sieben über 3000 Meter Hindernis erreichte. Zudem glänzte sie mit mehreren Bestzeiten auf der Straße.
Siebter Platz im siebten WM-Finale bei der siebten WM-Teilnahme – ob die Sieben dieses Jahr wohl Gesa Krauses Lieblingszahl war? Sie ist gerade einmal 33 Jahre alt, hat aber schon an sieben Weltmeisterschaften der Erwachsenen teilgenommen und ist immer ins Hindernis-Finale gelaufen. Das ist eine Leistung, die ihresgleichen sucht. Und das, obwohl dieses Jahr wirklich nicht rund lief für die deutsche Hindernisrekordlerin. Bei ihrem Einstieg in die Sommersaison, beim Diamond League-Meeting in Oslo, stürzte die Läuferin vom Verein Silvesterlauf Trier gegen ein Hindernis und zog sich eine Rippenfraktur zu. Mit dieser Verletzung lief sie in Paris noch beeindruckende 9:28,75 Minuten – danach aber legte sie eine Pause ein, um alle gesundheitlichen Probleme komplett auszukurieren. Mit Erfolg: Beim letzten Formtest vor der WM lief sie die 1500 Meter in 4:04,91 Minuten so schnell wie noch nie. Bei der WM in Tokio lief sie ins Finale und zeigte dort – obwohl sie am letzten Wassergraben stürzte – in 9:14,27 Minuten ihr schnellstes Hindernisrennen des Jahres. Dass ihre sportliche Zukunft aber auf der Straße liegen könnte, bewiesen zahlreiche Bestzeiten in diesem Jahr. Die fünf Kilometer lief sie in 15:26 Minuten, über die doppelte Distanz benötigte sie 31:50 Minuten. Und im Halbmarathon steigerte sie ihre Bestmarke um 2:29 Minuten auf 1:09:47 Stunden. Und Anfang Dezember wird sie in Valencia ihr Marathon-Debüt geben.
Konstant sehr schnell
Domenika Mayer
Das dritte Jahr in Folge beendet Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) mit einer Saisonbestzeit im Marathon von weniger als 2:24 Stunden – das ist beeindruckend. Dieses Jahr gelang ihr dabei trotz hoher Temperaturen beim Berlin-Marathon in 2:23:16 Stunden eine neue persönliche Bestzeit.
Domenika Mayer ist die Beständigkeit auf hohem Niveau in Person. Das dritte Jahr in Folge hat die 35 Jahre alte Marathonläuferin von der LG Telis Finanz Regensburg mit einer Marathonzeit von unter 2:24 Stunden geglänzt. Beim Berlin-Marathon lief Domenika Mayer trotz schwieriger Bedingungen mit hohen Temperaturen ein fantastisches Rennen. In 2:23:16 Stunden unterbot sie ihre alte Bestzeit um 31 Sekunden und lief als Achte sogar in die Top-Ten eines World Marathon Majors-Rennens. Damit ist sie die sechstschnellste Europäerin des Jahres. Im April hatte sie bereits in 2:24::22 Stunden den Hannover-Marathon gewonnen und gleichzeitig erfolgreich ihren deutschen Meistertitel verteidigt. Auch im Halbmarathon zeigte sie gute Rennen. Mit 1:09:56 Stunden in Mainz und 1:09:57 Stunden in Sevilla blieb sie jeweils nur knapp hinter ihrer persönlichen Bestleistung von 1:09.46 Stunden zurück. Und auch über 10 Kilometer überzeugte sie in 32:18 Minuten in München sowie 32:55 Minuten als Vierte bei den Deutschen Meisterschaften in Siegburg mit guten Resultaten.
Schneller als je zuvor
Lea Meyer
Lea Meyer blieb über 3000 Meter Hindernis zweimal unter 9:10 Minuten und verbesserte ihre Bestleistung auf 9:09,21 Minuten. Die Läuferin vom VfL Löningen zeigte auch über 5000 Meter tolle Rennen und ging daher bei den Weltmeisterschaften in beiden Disziplinen an den Start.
Bestleistung über 3000 Meter in der Halle, über 5000 Meter sowie über 2000 und 3000 Meter Hindernis: Hindernisläuferin Lea Meyer hat in diesem Jahr voll überzeugt. In der Halle gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften über 3000 Meter in 8:53,82 Minuten den Titel, nachdem sie zuvor über diese Distanz in 8:40,96 Minuten bereits eine neue Bestzeit aufgestellt hatte. Bei der Hallen-EM wurde sie Siebte. Richtig stark stieg die 28-Jährige in die Sommersaison ein: Bei ihrem ersten Hindernisrennen in Oslo lief sie in 9:09,21 Minuten 38 Hundertstelsekunden schneller als bei ihrer bisherigen Bestleistung, die sie im Olympia-Finale 2024 aufgestellt hatte. Und acht Tage später ließ sie in Paris in 9:09,73 Minuten noch einmal eine Top-Zeit folgen. Sie ist die schnellste europäische Hindernisläuferin des Jahres. Bei den Weltmeisterschaften in Tokio lief sie ins Finale und dort auf den zwölften Rang. Aber auch über 5000 Meter zeigte sie tolle Rennen. Nicht nur gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften in 15:26,33 Minuten, zuvor hatte sie ihre Bestmarke in Eagle Rock (Kalifornien) bereits auf 14:58,85 Minuten geschraubt – eine Verbesserung um 7,54 Sekunden, die sie auf Platz sieben der ewigen deutschen Bestenliste brachten. Bei den Weltmeisterschaften ging sie daher neben den 3000 Metern Hindernis auch über 5000 Meter an den Start, erreichte dort aber nicht das Finale.
Nummer 3 im Halbmarathon
Esther Pfeiffer
Mit einer tollen Steigerung auf 67:28 Minuten hat sich Esther Pfeiffer auf Platz drei der ewigen deutschen Bestenliste im Halbmarathon geschoben. Und auch über die 10 Kilometer zeigte die Läuferin von Düsseldorf Athletics gute Rennen und sicherte sich den DM-Titel.
Nur zwei deutsche Läuferinnen waren im Halbmarathon jemals schneller als Esther Pfeiffer. Die 28-Jährige von Düsseldorf Athletics lief Anfang Oktober in Köln die 21,0975 Kilometer in 67:28 Minuten. Mit einer Bestleistung von 69:49 war sie in das Jahr 2025 gestartet und hatte diese Zeit dann nicht nur in Köln unterboten, sondern davor schon zwei weitere Male: beim Berliner Halbmarathon in 69:15 sowie bei ihrem Sieg in Düsseldorf in 69:43. Mit 70:01 bei ihrem Sieg in Paderborn gelang ihr ein weiteres starkes Rennen: Vier ihrer sechs schnellsten Halbmarathons hat sie in diesem Jahr gefinisht. Und auch über 10 Kilometer gelangen ihr überzeugende Rennen. Bei der City Night in Berlin lief sie als Dritte in 31:39 Minuten eine neue Bestzeit – 58 Sekunden unter ihrer bisherigen Bestmarke. Und auch bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften, wo sie den Titel gewann, blieb sie in 32:24 Minuten unter ihrem alten Rekord.
Die Nominierten
Läufer des Jahres
Baumann entthront
Mohamed Abdilaahi
Als erst zweiter Deutscher knackte Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) über 5000 Meter in 12:53,63 Minuten die 13-Minuten-Marke und verbesserte den fast 28 Jahre alten deutschen Rekord von Dieter Baumann. Auch in der Halle holte er sich die Bestmarke.
Persönliche Bestleistungen, nationale Rekorde: Es war das Jahr von Mohamed Abdilaahi. Schon im Februar zeigte er sich in Top-Form. Beim Indoor-Meeting in Boston lief er die 5000 Meter in beeindruckenden 13:06,38 Minuten und unterbot den deutschen Hallen-Rekord von Arne Gabius (13:27,53 min) deutlich. Und auch hinter der nationalen 5000-Meter-Marke im Freien steht seit diesem Jahr der Name Mohamed Abdilaahi. Fast 28 Jahre lag war Dieter Baumann der schnellste Deutsche über diese Distanz gewesen. Und in 12:54,70 Minuten auch der einzige Deutsche, der die 13-Minuten-Marke geknackt hatte. Bis in diesem Jahr Mohamed Abdilaahi beim Diamond League-Meeting in Monaco an den Start ging und in 12:53,63 Minuten nicht nur einen starken vierten Platz in einem gut besetzten Rennen belegte, sondern auch an Dieter Baumann vorbeizog. Nachdem er sich bei den Deutschen Meisterschaften den Titel über 5000 Meter sowie Bronze über 1500 Meter geholt hatte, ging er auch bei den Weltmeisterschaften an den Start, schaffte dort aber nicht den 5000-Meter-Finaleinzug. Der 26-Jährige stellte in diesem Jahr zudem Bestzeiten über 1500 Meter (3:34,17 min), die Meile (3:49,32 min) sowie über 3000 Meter in der Halle (7:38,97 min) und im Freien (7:37,31 min) auf.
In Europas Spitze
Karl Bebendorf
Karl Bebendorf gelangen in diesem Jahr zahlreiche Bestleistungen: Mit und ohne Hindernisse, auf Strecken von 1500 bis 3000 Meter, in der Halle und im Freien. Außerdem wurde er Deutscher Meister und setzte sich bei der Team-EM durch. Der Hindernisläufer vom Dresdner SC war zweitbester Europäer 2025.
Es war eine bewegende Saison für Hindernisläufer Karl Bebendorf. Einerseits rannte der 29-Jährige zu Titeln und zahlreichen Bestzeiten, andererseits lag seine Mutter im Sterben und im August musste er sich für immer von ihr verabschieden. Sportlich aber war es ein herausragendes Jahr für den Dresdner. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften gewann er Silber über 1500 Meter, im Freien holte er den Titel über 3000 Meter Hindernis. Bei der Team-EM gewann er den Titel über die Hindernisse. Nur der erhofft Finaleinzug bei den Weltmeisterschaften wollte nicht gelingen. Im Laufe des Jahres gelangen ihm zahlreiche Bestleistungen: Angefangen in der Halle über 1500 (3:39,26 min) und 3000 Meter (7:52,39 min) über 1500 Meter im Freien (3:35,51 min) bis hin zu den 2000 Metern Hindernis (5:20,03 min) und 3000 Metern Hindernis (8:08,21 min). Über 2000 Meter Hindernis war kein Deutscher jemals schneller. Und auch seine 8:08, 21 Minuten über die Hindernisse wären im vergangenen Jahr noch eine Verbesserung des deutschen Rekordes von Damian Kallabis (8:09,48 min/1999) gewesen. In diesem Jahr war allerdings Frederik Ruppert im Mai bereits schneller gewesen. Die beiden Deutschen waren in diesem Jahr die besten Europäer und auch weltweit waren 2025 nur zehn Hindernisläufer schneller als Karl Bebendorf.
Rekord-Jahr
Robert Farken
Sechs nationale Rekorde über 1500 Meter und die Meile, ein deutscher Meistertitel über 1500 Meter und ein sechster Platz bei der WM: Das Jahr 2025 war das beste in der Karriere des Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig). Seit diesem Jahr trainiert er in den USA bei einem ehemaligen Top-Läufer.
Sechs deutsche Rekorde in einem Jahr. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Aber das ist in diesem Jahr tatsächlich Robert Farken gelungen. Und zwar alle über 1500 Meter oder die Meile. Nach vielen Jahren bei Trainer Thomas Dreißigacker, der ihn an die Spitze geführt hat, ging der 28-Jährige in diesem Jahr in die USA und schloss sich der Trainingsgruppe von Dathan Ritzenhein in Boulder (Colorado) an. Offensichtlich eine gute Entscheidung. Gleich in seinem ersten Rennen des Jahres gelangen ihm zwei deutsche Rekorde: Beim Hallenmeeting in Boston lief er die Meile in 3:49,44 Minuten und stellte – quasi im Vorbeilaufen – noch in 3:33,61 Minuten eine nationale Bestmarke über 1500 Meter auf. Damit unterbot er die zehn Jahre alte Bestmarke von Homiyu Tesfaye um 52 Hundertstelsekunden. Nur eine Woche später verbesserte er den Rekord noch einmal ein wenig auf 3:33,14 Minuten. Und im Freien machte Robert Farken genau dort weiter, wo er in der Halle aufgehört hatte: Gleich im ersten Rennen der Sommersaison gelang ihm ein Riesen-Ding: Beim Diamond League-Meeting in Rom lief er die 1500 Meter in 3:30,80 Minuten. Damit knackte er den fast 45 Jahre alten Rekord von Thomas Wessinghage (3:31,58 min). In einer olympischen Leichtathletik-Disziplin gab es zu diesem Zeitpunkt nur einen nationalen Rekord, der länger Bestand hatte (Weitsprung/Lutz Dombrowski/8,54 m). Sechs Tage später verbesserte er die nationale Bestmarke über die Meile auf 3:49,12 Minuten und später noch weiter auf 3:48,83 Minuten. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann er den Titel über 1500 Meter. Bei internationalen Meisterschaften war er 2025 in viele Rempeleien verwickelt: Bei der Hallen-EM stürzte er nach Geschubse im Finale und kam nicht ins Ziel. Bei der WM schien er nach dem Halbfinale als Neunter ausgeschieden, durfte dann aber doch ins Finale, weil er behindert worden war. Im Finale glänzte er mit einem starken sechsten Platz.
Marathon-Rekordler
Samuel Fitwi
Es passte fast auf die Sekunde genau: Beim Valencia-Marathon 2024 unterbot Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) in 2:04:56 Stunden den deutschen Marathon-Rekord um zwei Sekunden. Dieses Jahr wurde er mit einem Sieg beim Hannover-Marathon in 2:06:29 Stunden erstmals Deutscher Marathon-Meister.
Am 1. Dezember 2024 gelang Samuel Fitwi beim Valencia-Marathon in Spanien das bislang beste Rennen seiner Karriere: Von Beginn an war er auf Kurs, den deutschen Marathonrekord von Amanal Petros zu brechen, den dieser 2023 in Berlin mit 2:04:58 Stunden aufgestellt hatte. Zwar verlor er zu Beginn der zweiten Rennhälfte etwas und lag zwischenzeitlich nicht mehr auf Kurs, aber er hatte seine Uhr und die zu erreichende Zeit immer im Blick. Und mit einer starken Schlussoffensive holte er die verlorenen Sekunden wieder raus. Mit 2:04:56 Stunden unterbot er die nationale Bestmarke um zwei Sekunden. Nur sieben europäische Läufer waren jemals schneller als der 29-Jährige. 2025 zeigte Samuel Fitwi gute Halbmarathon-Rennen in Dubai (62:50 min) und Mainz (61:22 min). Im April gewann Samuel Fitwi in 2:06:29 Stunden den Hannover-Marathon und sicherte sich dort gleichzeitig den Titel des Deutschen Marathon-Meisters – sein erster nationaler Titel auf der Straße. Ende August lief er beim Sydney-Marathon, der zum ersten Mal zu den World Marathon Majors gehörte, und erreichte auf der schwierigen Strecke in 2:10:30 Stunden als 13. das Ziel.
Der Fast-Weltmeister
Amanal Petros
Bei der WM in Tokio gelang Amanal Petros (Hannover 96) eine Sensation: Bei schwierigen Bedingungen und mit nur drei Hundertstelsekunden Rückstand auf den Sieger gewann er Marathon-Silber. Im April lief er als erster Deutscher den Halbmarathon in weniger als einer Stunde und stellte einen deutschen Rekord auf.
Amanal Petros lief nicht super viele Rennen in diesem Jahr – aber die hatten es in sich. Nach soliden 61: 51 Minuten im Februar in Barcelona, blieb er im April beim Generali Berliner Halbmarathon als erster Deutscher unter einer Stunde: Mit 59:31 Minuten verbesserte er seinen eigenen ehemaligen deutschen Rekord um 38 Sekunden. Außerdem ist er damit jetzt der viertschnellste Europäer aller Zeiten. Der Europarekord des Schweizers Julien Wanders ist nur 18 Sekunden unter seiner Bestzeit. Ende April zeigte er beim London-Marathon ein starkes Rennen: In 2:06:30 Stunden lief er seine viertbeste Marathonzeit und erreichte in einem World Marathon Majors-Rennen einen starken achten Platz. Sein Glanzstück gelang ihm aber bei den Weltmeisterschaften Mitte September in Tokio. Dort lief der 30-Jährige nicht nur bei schwierigen Bedingungen mit bis zu 28 Grad Celsius und bis zu 68 Prozent Luftfeuchtigkeit in der Spitzengruppe mit, sondern bog auch als Erster ins Stadion ein. Dort spurtete er dem Ziel entgegen und wurde erste auf den letzten Metern von Alphonce Felix Simbu aus Tansania eingeholt. In 2:09:48 Stunden und mit gerade einmal drei Hundertstelsekunden Rückstand wurde er phantastischer Zweiter. Es ist die beste deutsche Platzierung in einem Weltmeisterschafts-Marathon – die Frauen inbegriffen.
Historisches in Berlin
Hendrik Pfeiffer
Hendrik Pfeiffer zeigte beim BMW Berlin-Marathon als bester Deutscher ein bärenstarkes Rennen. Außerdem hat er sich 2025 vor allem auf den Unterdistanzen verbessert: Der 32-Jährige von Düsseldorf Athletics blieb über 10 Kilometer unter seiner Bestzeit und war im Halbmarathon so schnell wie nie zuvor.
Hendrik Pfeiffer sorgte 2025 für ein weiteres Highlight in seiner Marathon-Karriere: Der 32-Jährige lief beim BMW Berlin-Marathon als bester deutscher Läufer bei sehr warmem Wetter auf einen starken achten Platz in 2:09:14 Stunden. Damit lief er sich den Frust über die Nicht-Nominierung für die fast gleichzeitig stattfindende WM in Tokio von der Seele. Das ist die beste Platzierung eines nationalen Athleten im Männerrennen dieses Klassikers seit 1990! Vor 35 Jahren wurde Jörg Peter in Berlin Dritter. Daneben zeigte Hendrik Pfeiffer sich 2025 vor allem auf den Unterdistanzen verbessert. Im Juni lief er bei der Adidas Runners City Night in Berlin die 10 Kilometer auf der Straße als Sieger des Rennens in 28:27 Minuten – 22 Sekunden schneller als je zuvor. Und auch bei den Deutschen 10-Kilometer-Meisterschaften, wo er Bronze gewann, blieb er in 28:38 Minuten noch unter seiner alten Bestzeit. Im Halbmarathon war er ebenfalls so schnell wie nie zuvor, um genau zu sein 37 Sekunden schneller als bei seiner bisherigen Bestzeit. Im britischen Larne kam er bereits nach 61:28 Minuten ins Ziel. Im texanischen Houston hatte er zuvor bereits gezeigt, dass er auch mit Kälte klarkommt: Er lief 2:11:14 Stunden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt..
In neuen Sphären
Frederik Ruppert
Deutscher Rekord über 3000 Meter Hindernis und fünf Kilometer, Diamond League-Gesamtsieg und zahlreiche Top-Zeiten auf verschiedenen Strecken: Hindernisläufer Frederik Ruppert von der LAV Stadtwerke Tübingen erlebte 2025 eine wahre Leistungsexplosion und erreichte neue Sphären.
Dass Frederik Ruppert ein sehr guter Hindernisläufer ist, wusste man schon vor diesem Jahr. Aber 2025 gelang dem 28-Jährigen von der LAV Stadtwerke Tübingen eine Leistungsexplosion. Schon im Winter glänzte er mit einer Hallen-Bestleistung über 3000 Meter (7:46,69 min) und einem deutschen Rekord über fünf Kilometer auf der Straße, wo er in 13:21 Minuten die ein paar Monate alte Bestmarke von Mohamed Abdilaahi um eine Sekunde unterbot. Und dann zeigte er zu Beginn der Sommersaison gleich eine herausragende Form: Beim internationalen Meeting im marokkanischen Rabat blieb er dem Lokalmatador Soufiane El Bakkali, zweimaliger Olympiasieger und zweimaliger Weltmeister, die ganze Zeit an den Fersen. Als Zweiter verbesserte Fredrik Ruppert nicht nur seine Bestleistung um unglaubliche 13,59 Sekunden, sondern blieb auch 7,99 Sekunden unter dem deutschen Rekord, den seit 1999 Damiam Kallabis, Hindernis-Europameister von 1998, gehalten hatte. Kein anderer Europäer war in diesem Jahr schneller als er und in der ewigen europäischen Bestenliste ist er jetzt Dritter. Und auch weltweit war in diesem Jahr nur Soufiane El Bakkali flotter. Es folgten Bestleistungen über 1500 Meter (3:38,12 min), 5000 Meter (13:47,31 min) und weitere starke Zeiten über 3000 Meter Hindernis. Bei den Deutschen Meisterschaften zeigten Frederik Ruppert und Karl Bebendorf ein beeindruckendes Duell über die Hindernisse, bei dem Ruppert Zweiter wurde. Dafür gewann er beim Diamond League-Finale in Zürich nicht nur das Hindernisrennen, sondern holte auch als erster Europäer den Gesamtsieg über die Hindernisse. Bei den Weltmeisterschaften erreichte er das Finale und wurde dort Zwölfter.
So schnell wie nie
Richard Ringer
Valencia ist sein Pflaster: Beim dortigen Marathon verbesserte Richard Ringer (LC Rehlingen) seine an gleicher Stelle gelaufene Bestzeit um 1:19 Minuten auf 2:05:46 Stunden und ist damit jetzt der drittbeste deutsche Marathoni aller Zeiten. Bei der WM lief der 36-Jährige auf einen starken 13. Rang.
Klasse statt Masse: Richard Ringer ging seit Dezember 2024 nicht bei vielen Rennen an den Start. Aber wenn, dann zeigte er tolle Leistungen. Und die vielleicht beste gelang ihm im Dezember 2024, der nicht mehr für die Abstimmung zum Läufer des Jahres 2024 zählte, dafür aber jetzt in die Bewertung einfließt: Beim Valencia-Marathon, wo er ein Jahr zuvor seine Bestleistung auf 2:07:05 Stunden verbesserte hatte, war er diesmal noch deutlich schneller. Nach 2:05:46 Stunden erreichte er das Ziel. Hinter Samuel Fitwi (2:04:56 h) und Amanal Petros (2:04:58 h) ist er damit der drittschnellste Deutsche aller Zeiten. Im Frühjahr 2025 lief der 36-Jährige beim Hamburg-Marathon in 2:07:23 Stunden zudem noch die drittschnellste Marathonzeit seiner Karriere. Dass es bei der WM in Tokio bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit keine Top-Zeit in diesen Regionen geben würde, war klar. Als 13. in 2:1:14 Stunden zeigte Richard Ringer aber trotz der schwierigen Bedingungen ein absolutes Top-Rennen. Abgerundet wurde das erfolgreiche Jahr durch eine neue Bestzeit im Halbmarathon: Im April lief Richard Ringer beim Berliner Halbmarathon 60:51 Minuten und verbesserte seine Bestleistung damit um 18 Sekunden.
Die Nominierten
Nachwuchsläuferin des Jahres
Europas Beste
Jana Becker
Jana Becker war in diesem Jahr über 800 Meter eine Klasse für sich. Die 19-Jährige gewann bei der U20-EM und holte DM-Medaillen bei der U20 und den Erwachsenen. Und sie blieb in 1:59,59 Minuten zum ersten Mal unter der magischen Zwei-Minuten-Marke – als erste deutsche U20-Athletin des Jahrtausends.
Eine Medaille bei der U20-EM zu gewinnen, ist ein Riesen-Erfolg. Zwei Medaillen unglaublich stark. Und die dann auch noch an einem Tag und innerhalb einer Stunde? Das ist schon fast unglaublich. Aber das ist in diesem Jahr Jana Becker vom Königsteiner LV gelungen, einem der größten deutschen Lauftalente. Zuerst stürmte sie in 2:01,67 Minuten zum Sieg über 800 Meter. Und während manch andere nach so einem Rennen erschöpft in der Ecke liegen, verhalf sie nur wenig später noch der deutschen 4x400-Meter-Staffel zu Silber. Und ein wahres Schmankerl hatte sich Jana Becker noch für ihr letztes Saisonrennen über 800 Meter aufgehoben: In Pfungstadt knackte sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Zwei-Minuten-Marke: 1:59,59 Minuten. Nur sechs deutsche U20-Läuferinnen waren jemals schneller als sie, alle waren DDR-Athletinnen. In diesem Jahrtausend war keine deutsche U20-Läuferin schneller. Auch die europäische Bestenliste des Jahres führt sie an. Jana Becker gewann zudem nicht nur 800-Meter-Gold bei der Hallen- und Freiluft-DM der U20, sondern war in der Halle auch schneller als alle Frauen und gewann Gold bei den Erwachsenen.
5000-Meter-Spezialistin
Franziska Drexler
Auch 2025 hat Franziska Drexler von der LG Telis Finanz Regensburg wieder bewiesen, dass sie zu den besten deutschen Nachwuchsläuferinnen gehört. Über 5000 Meter qualifizierte sie sich für die U20-EM, zudem gewann sie im Nachwuchsbereich zwei Silber-Medaillen bei Deutschen Meisterschaften.
Franziska Drexler hat in diesem Jahr bewiesen, dass die 5000 Meter ihre Strecke sind. Die meisten ihrer Rennen bestritt sie über diese Distanz, und auch bei der U20-EM im finnischen Tampere ging sie über die zwölfeinhalb Runden an den Start. In 16:21,95 Minuten lief sie auf den neunten Platz, lief Saisonbestleistung und verpasste ihre Bestleistung im wichtigsten Saisonrennen nur knapp um 1,60 Sekunden. Bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften gewann die 19-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg über 5000 Meter ebenso Silber wie bei der Straßenlauf-DM über 10 Kilometer (34:26 min). In der DLV-U20-Bestenliste wird sie über 5 Kilometer auf Platz zwei geführt, über 5000 Meter und 10 Kilometer ist sie Dritte.
Allround-Talent
Julia Ehrle
Julia Ehrle von der LG farbtex Nordschwarzwald kann alles: Berglauf, Crosslauf und Bahnlauf. In allen Bereichen gewann sie in den vergangenen zwölf Monaten Medaillen. Und das, obwohl sie dieses Jahr erst 18 wurde und noch ein Jahr in der U20 startberechtigt ist.
Berglauf oder Cross oder doch lieber auf der Bahn? Alles! Das würde wohl die Antwort von Julia Ehrle sein, einer der vielfältigsten Nachwuchsläuferinnen Europas. Bei der Cross-EM im Dezember 2024 verpasst sie als Vierte nur denkbar knapp das Siegerpodest. Aber dafür sammelte sie dann dieses Jahr einige Medaillen, national und international. Und dabei wurde sie im August erst 18, gehört also noch ein Jahr der Klasse U20 an. Bei der U20-EM lief sie über 5000 Meter zu Bronze. Und Ende September holte sie bei den Berglauf-Weltmeisterschaften sogar Gold. Fünf Goldmedaillen bei Deutschen U20-Meisterschaften (3000 m Halle und Freiluft, 5000 m Freiluft, 10 km Straße, Berglauf) sowie Bronze in der Erwachsenen-Wertung im Berglauf machten die Medaillen-Sammlung perfekt. Dazu kamen Bestleistungen über 1500 Meter in der Halle (4:30,76 min), 3000 (9:05,39 min) und 5000 Meter (15:44,06 min). In der DLV-Bestenliste der U20 führt sie über 5000 Meter und zehn Kilometer die Wertung an, über 3000 Meter ist sie Zweite und über fünf Kilometer Dritte.
Hindernis-Queen
Jule Lindner
Jule Lindner von der LG Bamberg gehört definitiv zu den besten Nachwuchs-Hindernisläuferinnen. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Bei der U20-EM gewann sie Silber, in der europäischen Bestenliste ist sie über 2000 und 3000 Meter Hindernis in den Top-Drei.
Medaillen hat Jule Lindner in den vergangenen zwölf Monaten so einige gesammelt. Die vielleicht bedeutendste davon holte sie bei der U20-EM im finnischen Tampere, wo sie über 3000 Meter Hindernis zu Silber stürmte. Zudem gewann sie Gold in der gleichen Disziplin bei den Deutschen U20-Meisterschaften sowie jeweils Silber über 3000 Meter in der Halle und im Freien. Bei den Deutschen-Hallenmeisterschaften gewann die 19-Jährige außerdem Bronze über 1500 Meter. Über 2000 Meter Hindernis stellte Jule Lindner in 6:25,30 Minuten nicht nur eine neue Bestleistung auf, sondern verbesserte auch den bayerischen Rekord. Keine Europäerin war in diesem Jahr schneller als sie. Und auch über 3000 Meter Hindernis zählt sie mit ihren 9:55,56 Minuten als drittbeste zu den besten Läuferinnen des Kontinents. In beiden Disziplinen führt sie auch mit deutlichem Vorsprung die DLV-U20-Bestenliste an. Über 1500 und 3000 Meter als Dritte gehört sie ebenfalls zu den besten Deutschen.
Mittelstrecken-Ass
Lera Miller
Lera Miller vom VfL Löningen war 2025 die schnellste deutsche U20-Läuferin über 1500 und 3000 Meter – und das obwohl sie auch noch im kommenden Jahr in der U20 startberechtigt ist. Ein EM-Start über 3000 Meter sowie drei DM-Medaillen verbuchte sie zudem.
Lera Miller ist dieses Jahr erst 18 geworden und gehört damit zum jüngeren der beiden U20-Jahrgänge. Was sie aber nicht davon abhielt, munter in der Spitze mitzumischen. Sowohl in der Halle als auch im Freien gewann sie bei der U20-DM Gold über 1500 Meter, zudem erlief sie sich im Freien noch Bronze über 3000 Meter. In dieser Disziplin qualifizierte sie sich auch für die U20-EM in Tampere. In Finnland erreichte sie das Finale und lief dort auf den 13. Platz. Die Läuferin vom VfL Löningen stellte in diesem Jahr Bestleistungen über 800 (2:07,68 min), 1500 (4:12,98 min) und 3000 Meter (9:02,99 min) sowie über die Meile (4:42,5 min) auf. Sowohl über 1500 als auch 3000 Meter ist sie in diesem Jahr deutlich die schnellste deutsche U20-Athletin gewesen. In beiden Disziplinen schaffte sie es auch unter die europäischen Top-Fünf.
Jung, aber oho
Ada Werner
Noch zwei Jahre lang darf Ada Werner vom SCC Berlin in der U20-Klasse starten, aber auch dieses Jahr mischte sie dort munter mit. Mit gerade einmal 17 Jahren qualifizierte sie sich zudem für einen Start bei den U20-Europameisterschaften.
Ada Werner ist das Küken unter den Nominierten. Die Läuferin vom SCC Berlin ist erst 17 Jahre alt und gehörte damit dieses Jahr noch der Altersklasse U18 an. Trotzdem zeigte sie, dass sie auch bei den ein bis zwei Jahre älteren Athletinnen schon mithalten kann. Sowohl bei der U18- als auch bei der U20-DM in der Halle gewann Ada Werner über 3000 Meter Bronze. Über 5000 Meter qualifizierte sie sich sogar für einen Start bei den U20-Europameisterschaften, wo sie 22. wurde. Sie glänzte mit Bestleistungen über 1500 (4:29,18 min), 3000 (9:42,61 min) und 5000 Meter (16:43,90 min) sowie über 5 (17:10 min) und 10 Kilometer auf der Straße (34:30 min). Sie führt über 3000 Meter die Jahresbestenliste der U18 an und schaffte es über 3000 und 5000 Meter sowie 5 Kilometer unter die Top-Fünf der U20.
Die Nominierten
Nachwuchsläufer des Jahres
Große Bandbreite
Christopher Dahlmeyer
Rennen von den 800 Metern bis hin zum Halbmarathon hat Christopher Dahlmeyer von TSV Bayer 04 Leverkusen in diesem Jahr bestritten und immer wieder für schnelle Zeiten gesorgt. Nur bei seinem U20-EM-Start hatte er Pech.
Bestzeit? Gerne her damit, scheint sich Christopher Dahlmeyer zu Beginn des Jahres gedacht zu haben. Und verbesserte dann immer weiter seine persönlichen Rekorde über diverse Strecken. Die Bandbreite des 19 Jahre alten Leverkuseners ist dabei beeindruckend: 2025 lief er Rennen von 800 Metern bis hin zum Halbmarathon. Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften gewann er Bronze über 3000 Meter, im Freien reichte es zu Platz vier. Über diese Distanz qualifizierte er sich auch für die U20-EM, strauchelte dort aber, trat in den Innenraum und wurde disqualifiziert. Auch auf der Straße zeigte er gute Rennen: Bei der Straßenlauf-DM über zehn Kilometer gewann er Bronze, im Oktober lief er den Kölner Halbmarathon in 67:16 Minuten und wurde Fünfter. Christopher Dahlmeyer überzeugte mit Bestleistungen über 1500 (3:51,27 min), 3000 (8:16,80 min) und 5000 Meter (14:32,12 min) sowie über zehn Kilometer (30:32 min) und im Halbmarathon. In der DLV-U20-Bestenliste des Jahres wird er über 3000 und 5000 Meter sowie über zehn Kilometer unter den besten Fünf geführt.
Universal-Talent
Tristan Kaufhold
Tristan Kaufhold feierte Erfolge auf Strecken von 1500 Meter bis zehn Kilometer, mit und ohne Hindernisse. Er holte zahlreiche vordere Platzierungen in DLV-Bestenlisten, gewann zwei DM-Titel und war zum dritten Mal in Folge der Sieger der R5K-Serie.
Es gab Bestleistungen in fast allen Disziplinen, in denen er antrat, Titel und Top-Platzierungen in Bestenlisten. Kurz: Es war mal wieder ein erfolgreiches Jahr für Tristan Kaufhold vom SSC Hanau-Rodenbach. Der 19-Jährige, der bereits in den beiden vergangenen Jahren zu Deutschlands Nachwuchsläufer des Jahres gewählt worden war, lief Bestleistungen über 1500 (3:45,15 min) und 3000 Meter (8:01,66 min), über 2000 (5:44,65 min) und 3000 Meter Hindernis (8:52,73 min) sowie über fünf Kilometer auf der Straße (13:58 min). Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften gewann er Gold über 3000 Meter, im Sommer holte er über dieselbe Distanz Bronze und wurde Vierter über die Hindernisse. Zudem gewann er Gold bei den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften über zehn Kilometer (29:57 min). Tristan Kaufhold führt in diesem Jahr die deutsche U20-Bestenliste über 1500 Meter, fünf und zehn Kilometer Straßenlauf sowie 2000 Meter Hindernis an. Über 3000 Meter liegt er auf Platz zwei. Über 2000 Meter Hindernis war in diesem Jahr nur ein Europäer schneller als er. Einen weiteren Erfolg feierte er bei der R5K-Serie, einer Laufserie von Fünf-Kilometer-Rennen. Wer in die Wertung der Serie kommen will, muss an mindestens drei Rennen teilnehmen, die Resultate werden addiert. In dieser Addition war Tristan Kaufhold das dritte Jahr in Folge der Sieger der Klasse U20.
Im Aufwärtstrend
Elias Kolar
Elias Kolar von der LG Telis Finanz Regensburg steigerte sich im Jahr 2025 auf mehreren Distanzen und qualifizierte sich für die 20-Europameisterschaften. Über 3000 und 5000 Meter gewann er DM-Medaillen.
Eine Teilnahme an der U20-EM in Tampere sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Deutschen U20-Meisterschaften waren in diesem Jahr die Highlights von Elias Kolar. Der 19-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg lief bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften über 3000 Meter in 8:19,68 Minuten nicht nur eine neue Bestleistung, sondern erreichte damit auch als Zweiter das Ziel. Im Sommer zeigte er über die noch längeren 5000 Meter seine Stärke und qualifizierte sich mit der neuen Bestleistung von 14:20,59 Minuten in dieser Disziplin für die U20-Europameisterschaften. Dort lief er auf den 16. Rang. Bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften gewann er Bronze über die 5000 Meter. Auch über 1500 Meter (3:57,68 min) und die Meile (4:16,70 min) lief er in diesem Jahr Bestleistungen. In der Deutschen U20-Bestenliste liegt er über 5000 Meter und 10 Kilometer Straßenlauf (30:01 min) auf Platz zwei.
Jung & schnell
Levin Saveur
Levin Saveur wurde erst im Herbst 18 Jahre alt und hat trotzdem bereits ganz vorne in der U20-Klasse mitgemischt. Der Läufer von der LG Stadtwerke München sammelte zwei DM-Medaillen und lief bei der U20-EM ins Finale über die Hindernisse.
Levin Saveur feierte erst im September seinen 18. Geburtstag, er gehört also zum jüngeren U20-Jahrgang und machte trotzdem in diesem Jahr mit Nachdruck auf sich aufmerksam. Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften gewann er sowohl Silber über 3000 Meter als auch Bronze über 3000 Meter Hindernis. Über die Hindernisstrecke qualifizierte er sich für die U20-Europameisterschaften, schaffte es dort in den Endlauf und wurde Zwölfter. Der junge Läufer von der LG Stadtwerke München stellte zahlreiche Bestleistungen auf und geht mit neuen Bestmarken über 1500 (3:54,86 min) und 3000 Meter (8:14,22 min) sowie über 2000 (5:50,03 min) und 3000 Meter Hindernis (8:56,57 min) aus der Saison. Über 2000 Meter Hindernis wird er in der deutschen Bestenliste auf Platz zwei geführt, über 3000 Meter ist er Dritter und über 2000 Meter Hindernis Vierter.
Rekorde & Top-Zeiten
David Scheller
David Scheller stellte nicht nur zahlreiche Bestleistungen auf, er wurde auch Sechster bei der U20-EM. Der 19-Jährige von der LG Main-Spessart ist über 3000 und 5000 Meter der schnellste Deutsche U20-Athlet des Jahres und stellte in diesen Disziplinen bayerische U20-Rekorde auf.
DM-Medaillen, internationaler Start, Bestleistungen am laufenden Band, bayerische Rekorde – es war ein Jahr auf der Überholspur für David Scheller. Der 19-Jährige von der LG Main-Spessart gewann bereits bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften die 1500 Meter. Bei den Freiluft-Meisterschaften holte er über diese Distanz Silber, gewann dafür aber die 3000 Meter. Und bei den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften über zehn Kilometer wurde er Zweiter. Ein Highlight war auf jeden Fall auch sein Start bei den U20-Europameisterschaften, wo er über 3000 Meter das Finale erreichte und dort Sechster wurde. Er war auch über 5000 Meter qualifiziert, stieg da aber im Hinblick auf das am Folgetag stattfindende 3000-Meter-Finale aus. David Scheller gelangen in diesem Jahr zudem zwei bayerische U20-Rekorde: Über 5000 Meter steigerte er die Marke auf 14:06,46 Minuten, über 3000 Meter löste er die 47 Jahre alte Bestzeit ab und setzte mit 8:00,89 Minuten eine neue Marke. Zudem lief er persönliche Bestzeiten über 1500 Meter (3:45,27 min), die Meile (4:07,50 min) und zehn Kilometer (30:05 min). In der DLV-U20-Bestenliste ist er über 3000 und 5000 Meter der Schnellste, über 1500 Meter rangiert er auf Platz zwei und über zehn Kilometer auf Position drei.