Mit virtuellen Läufen Gutes tun

| Text: Christian Ermert | Fotos: Polar, Ubomi

Abgesagte Lauf-Events überall. Veranstalter in Finanznöten. Vereine und Verbände, die ihren Mitgliedern kaum Sportangebote machen können und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen. In dieser Situation werden nicht nur Laufveranstalter kreativ und bieten virtuelle Läufe als Ersatz für ihre abgesagten Events an, auch andere in der Laufszene versuchen zu helfen. Wir stellen exemplarisch einige Aktionen vor, bei denen Läufer überall alleine laufend Corona trotzen können.

Laufend ältere Menschen in armen Ländern vor Corona schützen

Ältere Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen vor Covid 19 schützen – das hat sich die Hilfsorganisation Help Age mit ihrem virtuellen Spendenlauf zum Ziel gesetzt, der vom 21. bis 24. Mai stattfinden wird. Denn für die ältere Bevölkerung ist in diesen Ländern die Situation besonders dramatisch. Ältere Menschen sind häufig aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität oder Armut vom örtlichen Gesundheitssystem abgeschnitten und haben keinen Zugang zu den Informationen über Risikofaktoren und Schutzmaßnahmen. Zudem fehlt es den Gesundheitssystemen an Kapazitäten und Medikamenten. Als globales Netzwerk steht Help Age mit Partnerorganisationen auf allen Kontinenten in Kontakt – und somit auch mit Millionen älterer Menschen weltweit. So kann die Organisation schnell und präzise reagieren.

Der Spendenlauf funktioniert ganz einfach: Du meldest dich hier an und wählst aus, ob du zwischen dem 21. und 24. Mai fünf Kilometer, zehn Kilometer, Halbmarathon oder einen Marathon laufen willst. Anschließend suchst du dir eine entsprechend lange Strecke vor der Haustür und läufst einfach allein los. Die Zeit misst du selbst mit deiner Laufuhr oder einer App und trägst sie anschließend auf www.laufen-os.de in die Starterliste ein. Die komplette Teilnehmergebühr in Höhe von 10 Euro geht dann als Spende an Help Age Deutschland. Und unter allen Teilnehmern werden je ein Startplatz für den BMW Berlin-Marathon 2021 und den Generali Berliner Halbmarathon 2021 verlost. Hinzu kommen Laufschuhe, Stirnlampen, Laufshirts, Caps und Laufsocken als weitere Preise.

Für Südafrika virtuell nach Kapstadt laufen

Bei dieser Challenge sollen die 12.560 Kilometer, die zwischen Aachen und Kapstadt liegen, virtuell gelaufen werden. Der Spendenlauf wurde vom gemeinnützigen Verein Ubomi ins Leben gerufen, der sich in den Townships von Kapstadt für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt. Deren Alltag ist auch ohne Corona schon von Armut, Perspektivlosigkeit und Kriminalität geprägt. "Der Lockdown Südafrikas infolge der Coronavirus-Pandemie ist vor allem in den Townships spürbar und trifft die Familien der Kinder, die wir betreuen, hart", sagt Birgit Hägemann von Ubomi. "Also sammeln wir Geld, indem wir gemeinsam Sport treiben, und stellen von den Spenden Essenspakete zusammen, die wir dann vor Ort verteilen.“

Das Prinzip der Aktion ist einfach: Seit dem 3. und bis zum 17. Mai gehen die Teilnehmer in ihrem Wohnort joggen oder fahren mit dem Fahrrad und legen so Kilometer für Kilometer die Strecke nach Kapstadt zurück. Aachen ist offizielle Partnerstadt von Kapstadt und dient als Startpunkt. Den Kilometerstand dokumentieren die Sportler mit der Tracking-App Adidas Runtastic, in der das Ubomi-Team eine eigene Laufgruppe angelegt hat. Die Teilnehmer suchen sich Partner, die für jeden gelaufenen Kilometer spenden. Mittlerweile laufen schon 200 für Ubomi. Sie haben so viele Kilometer gesammelt, dass die Strecke bis Algerien schon virtuell geschafft ist. Weitere Teilnehmer sind willkommen. Die Registrierung erfolgt hier.

Dem Leichtathletik-Verband Rheinland und seinen Laufveranstaltern helfen

Die Corona-Krise trifft nicht nur die Veranstalter von abgesagten Lauf-Events hart, sondern auch Vereine und Verbände erleiden herbe finanzielle Verluste. Der Leichtathletik-Verband Rheinland mit Sitz in Koblenz hat jetzt eine Aktion ins Leben gerufen, mit der aktive Sportler denen etwas zurückgeben können, die über Jahrzehnte dafür gesorgt haben, dass sie ihren Sport genießen konnten und dabei viele unvergessliche Erlebnisse hatten. Der Verband ruft zu einem virtuellen Spendenlauf auf. Die Erlöse gehen je zur Hälfte an den Verband und an dessen Vereine oder Veranstalter, deren Event aufgrund der Corona-Krise im Zeitraum vom 14. März bis 31. Mai endgültig für 2020 abgesagt werden musste. Müssen nach dem 31. Mai weitere Veranstaltungen abgesagt werden, soll ein weiterer „Spendenlauf“ angeboten werden.

Die Anmeldung erfolgt hier und kostet zehn Euro. Der Reinerlös der Aktion geht dann je zur Hälfte an den Verband und an die betroffenen Veranstalter. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Mail mit einem Link, unter dem die ihre zurückgelegten Wochenkilometer selbst eintragen können. Alle laufen oder walken so viele Kilometer wie sie möchten. Dabei geht es nicht um die meisten Kilometer oder das höchste Tempo, sondern um das gute Gefühl, laufend oder walkend zu helfen. Dafür gibt es am Ende eine Urkunde.

Muttertagslauf für Frauenhäuser

Die Running Crew Super Kraft Wmn bietet am Sonntag einen Charity Run zum Muttertag an. Dabei kannst du einen möglichst langen Lauf mit Startnummer machen und am Ende für jeden gelaufenen Kilometer an das Frauenhaus Bora e.V. spenden. Frauenhäuser sind in der aktuellen Situation sehr wichtig, denn in der Krise steigt auch die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt, die sich meist gegen Frauen und Kinder richtet.

Der Ablauf dieses Charity Runs ist einfach: Du meldest dich hier an, druckst dir deine Startnummer aus und läufst am Sonntag allein möglichst lang. Am Ende wird dann abgerechnet. Entweder du sponserst dich selbst mit einem Betrag pro Kilometer oder du suchst dir zusätzlich Freunde oder Familienmitglieder, die dich unterstützen.

Deutschland läuft weiter

Dieser virtuelle Lauf wird von der österreichischen Agentur W2 Event & Concept veranstaltet. Er ist nicht mit einer Charity-Aktion verbunden, soll aber Läufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bewegung bringen. Am 20. und 21. Juni können dabei überall allein Strecken von fünf Kilometern bis zur Marathondistanz absolviert werden. Die Kilometer der Teilnehmer zählen dann für die „Bundesländerchallenge“ oder die „Dreiländerchallenge“, so soll ermittelt werden, welches Bundesland bzw . welches der drei Länder Deutschland, Schweiz und Österreich am aktivsten ist.

Die Teilnahme an der Challenge kostet für Teilnehmer aus Deutschland ab 15 Euro. Dafür gibt’s eine Medaille, eine Urkunde und ein paar Überraschungsgeschenke, die zu dir nach Hause geschickt werden. Nach der Registrierung erhältst du per E-Mail einen Link zum Upload der Laufzeiten am 20. und 21. Juni. Gemessen wird der Lauf entweder mit einer Laufuhr oder einer beliebigen App. Zeit, Strecke, Kilometer und Name müssen beim Upload ersichtlich sein.

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