Neun Läufer, ein Ziel: effizienter laufen

| Text: Norbert Hensen, Niklas Lau | Fotos: Norbert Wilhelmi, laufen.de

Neun Läufer, ein Ziel. Gemeinsam effizienter Laufen. Der eine Läufer will schneller werden, andere wollen vor allem gesund bleiben. Die Motivation, regelmäßig zu laufen, ist vielfältig. Es geht aber immer darum, möglichst effizient sein persönliches Ziel zu erreichen. Genau darum kümmert sich das Motesque Biomechanical Lab (MLab) in Köln. Wir sind Medienpartner dieses spannenden Projektes, das Ende Juni mit der Gründung des MLab Running Teams startete. Schon bald soll das MLab allen interessierten Läufern zur Verfügung stehen und ihnen mit modernster Technologie dabei helfen, ihre persönlichen Ziele zu erreichen.

Wer läuft, verfolgt ein Ziel. Oder mehrere. Egal, ob du schneller, leichter, gesünder oder länger laufen möchtest. Dein Ziel erreichst du effizienter, wenn dein Bewegungsablauf optimal funktioniert. Die Biomechanik spielt beim Laufen eine große Rolle. Den idealen, für alle Menschen vorbildlichen Laufstil gibt es nicht, wohl aber einen individuell optimalen Bewegungsablauf.

In Köln ist mit dem MLab eines der modernsten Bewegungsanalyse-Labore überhaupt entstanden.  Nach monatelanger Entwicklungs- und Bauzeit ist es voll funktionsfähig. „Wir möchten noch ein paar Details verbessern und verschönern, aber die Technik funktioniert, unser vibrationsfreies High-Tech-Laufband, die Hochgeschwindigkeitskameras und unsere selbst entwickelten Sensoren sind perfekt aufeinander abgestimmt“, sagt Prof. Dr. Kai Oberländer, einer der Gründer des Unternehmens Motesque.

Das Start-Up wurde vor fünf Jahren in New York gegründet und hat seinen Deutschland-Sitz im Herzen der Domstadt direkt gegenüber vom Stadtgarten im hippen Belgischen Viertel. Das MLab soll bald Anlaufstelle für tausende Hobbyläufer sein, die hier eine Bewegungsanalyse durchführen können, die unglaubliche 12.000 Daten pro Sekunde ermittelt.

Die Hauptaufgabe ist es natürlich, diese Daten zu analysieren und zu interpretieren, damit jeder Läufer eine individuelle Auswertung und vor allem konkrete Trainingsempfehlungen bekommt, wie er seinen eigenen Laufstil verbessern kann, um effizienter zu laufen.

Klick dich durch: Das MLab Running Team

Den Anfang machen nun die Läuferinnen und Läufer des gerade gegründeten MLab Running Teams. Neun Freizeitsportler aus Köln, die über ein Jahr lang von den Experten des MLab betreut werden und in jedem Quartal eine kostenlose Bewegungsanalyse absolvieren können (auf dem Gruppenbild oben von links nach rechts: Dominik Fohrmann/Leiter MLab, Patrick Firmin, Vanessa Maith, Kai Assenmacher, Sabine Vogel, Claudia Maria Henneken, Sandra Dorf, Ulf Denecke, Sebastian Kopitz, Joe Bacher, Tillmann Bockhorst/Headcoach, Prof. Dr. Kai Oberländer/CEO Motesque).

Laufen.de hatte schon im Frühjahr zu dem Projekt aufgerufen. Mehr als 150 Bewerber wollten Teil des Teams werden und in den Genuss der modernen Bewegungsanalyse und des Coachings kommen. Schließlich wurden neun Läuferinnen und Läufer ausgewählt, die Ende Juni bei einem KickOff-Event das MLab erstmals besichtigen konnten.

„Wir sind schon jetzt stolz auf das Team, das uns helfen wird, das MLab über die Grenzen von Köln hinaus bekannt zu machen“, sagt Kai Oberländer. „Wir mussten zum KickOff-Event natürlich alle Hygienevorschriften beachten, sind aber froh, dass es nun endlich losgeht.“

Ein Jahr lang werden sich die neun Läuferinnen und Läufer mit neuester Technologie und gezieltem Coaching auf hoffentlich bald wieder anstehende Wettkämpfe vorbereiten. Headcoach Tillmann Bockhorst, Athletiktrainer beim Deutschen Hockey-Bund, freut sich auf die gemeinsamen Trainingssessions und die Entwicklung der neun Läufer zu beobachten. Alle neun Mitglieder sind in Köln bestens vernetzt und seit Jahren in verschiedenen Gruppen aktiv.

KickOff-Event im Corona-Modus

Das High-Tech-Labor MLab öffnete unter besonderen Bedingungen erstmals seine Türen. Mit Mundschutz und Abstand betraten die neun Mitglieder des Running Teams und die Partner Ryzon und True Motion, die das Projekt mit hochwertiger Ausrüstung unterstützen, das MLab.

Motesque-Mitgründer und CEO Prof. Kai Oberländer stellte das Unternehmen hinter dem MLab vor und Dominik Fohrmann, Leiter des MLabs, erklärte den Mitgliedern des Running Teams das Test-Design und präsentierte, was im MLab alles gemessen und analysiert werden kann.

Auch die Unterstützer des Teams stellten sich vor. Besonders spannend: der Kurzvortrag von Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann, langjähriger Leiter des Institutes für Biomechanik und Orthopädie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Brüggemann referierte über die Verletzungsanfälligkeiten und wie Schuhtechnologien die Verletzungen vermeiden können.

Brüggemann hat im vergangenen Jahr mit zwei Partnern die Laufschuhmarke True Motion gegründet. Das Modell Nevos überreichte er allen Teilnehmern des MLab Running Teams. „Eine Kölner Laufschuhmarke für ein Running Team aus Köln – das passt wunderbar“, sagte Brüggemann.

Ebenfalls in Köln ist das Unternehmen Ryzon beheimatet. Seit fünf Jahren steht das Label für hochwertige und stylische Bekleidung für Ausdauersportler. Nicht zuletzt durch die Erfolge des deutschen Triathleten Jan Frodeno erlangte Ryzon weltweit Bekanntheit. Beide Unternehmen freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem MLab und den Mitgliedern des Running Teams.

Ulf und Sandra bei der Bewegungsanalyse

Die ersten Bewegungsanalysen sind absolviert, Ulf Denecke und Sandra Dorf waren die ersten im MLab. Und waren überrascht, dass das gut einstündige Programm auf dem Laufband richtig anstrengend war. „Wir haben einen mehrstufigen Test entwickelt, bei dem wir die Bewegungsdaten zunächst im ausgeruhten Zustand messen“, erklärt MLab-Leiter Dominik Fohrmann, „anschließend wollen wir den Läufer oder die Läuferin muskulär ermüden, damit wir wissen, was passiert, wenn der Körper - wie zum Beispiel bei einem längeren Trainingslauf oder im Wettkampf - wegen muskulärer Ermüdung nicht mehr in der Lage ist, für ausreichend Körperstabilität zu sorgen.“

Hier unterscheidet sich der Ansatz von Motesque in ihrem MLab von vielen anderen Testdesigns. Wenn ein Sportler ausgeruht ist, schafft er es meist sehr gut, ein bekanntes Bewegungsmuster zu halten. Erst bei muskulärer Ermüdung treten oft die Bewegungsmuster zutage, die am Ende nicht selten zu Fehlbelastungen oder Verletzungen führen. „Diese Bewegungsmuster zu erkennen, ist unsere Aufgabe. Dann können wir auch gezielt reagieren und das Training mit gezielten Empfehlungen optimieren“, so Dominik Fohrmann.

Ulf kam jeden falls ganz schön ins Schwitzen. „Ich bin an meine Grenzen gekommen, aber Dominik hat mich super motiviert“, sagte der Kölner. Er wollte dieses Jahr seinen ersten Marathon laufen. „Ich hatte mich schon für den Marathon in Riga in Lettland angemeldet – aber Corona hat die Planungen über den Haufen geworfen.“

Er will nun die Zeit nutzen, um sich mithilfe des MLab Running Teams noch gezielter auf seinen ersten Lauf über 42,195 Kilometer vorzubereiten und hofft, dass er im nächsten Jahr in Riga an der Startlinie stehen darf.

Sandra Dorf ist vor Kurzem einen Halbmarathon in 1:50 Stunden gelaufen. Und das bei einer virtuellen Laufveranstaltung nach einer langen Verletzungspause. „Mein großes Ziel ist es den Halbmarathon unter 1:50 Stunden zu laufen. Bei meinem letzten Halbmarathon haben mir nur 17 Sekunden gefehlt. Mit dem MLab Running Team, den Laufanalysen und der Unterstützung, die wir hier bekommen bin ich sicher, dass ich das bald schaffen werde!“, sagte Sandra.

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