Neuer Weltrekord durch Geoffrey Kamworor

| Text: Jörg Wenig | Foto: Veranstalter

Geoffrey Kamworor hat den Halbmarathon in Kopenhagen mit der Weltrekordzeit von 58:01 Minuten gewonnen. Damit unterbot der 26 Jahre alte Halbmarathon-Weltmeister aus Kenia die Bestmarke seines Landsmannes Abraham Kiptum, der vor knapp einem Jahr in Valencia 58:18 gelaufen war, um 17 Sekunden. Mit deutlichem Abstand folgte Benard Ngeno in 59:16 auf Rang zwei, Dritter wurde der Äthiopier Berehanu Tsegu mit 59:22. Auch die folgenden drei Kenianer liefen noch Zeiten von unter einer Stunde: Edwin Kiptoo wurde Vierter mit 59:27, gefolgt von Amos Kurgat (59:37) und Philemon Kiplimo (59:57). Bester Europäer war Sondre Moen (Norwegen) als Neunter in 60:20. In dem hochklassig besetzten Feld belegte Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) Platz 24 mit 64:05 Minuten.

Geoffrey Kamworor, der zuletzt dreimal in Folge den Halbmarathon-WM-Titel gewonnen hatte (2014, 2016 und 2018), erreichte den 10-km-Punkt in Kopenhagen nach 27:32 Minuten und lag damit auf Kurs für den Weltrekord. In der Folge musste der Kenianer, der mit einer Bestzeit von 58:54 ins Rennen gegangen war, zwar alleine an der Spitze laufen, doch das stoppte ihn bei seiner Rekordjagd ebensowenig wie die nicht idealen Wetterbedingungen mit etwas Regen und Wind. An der 15-km-Marke lag er mit 41:05 Minuten deutlich unter dem bisherigen Rekord und schien auf dem Weg zur ersten Halbmarathonzeit von unter 58 Minuten zu sein. Doch auf dem folgenden 5-km-Abschnitt lief Kamworor dann etwas langsamer (13:56), so dass es nicht ganz für ein solches Ergebnis reichte.

„Den Weltrekord gebrochen zu haben, ist ein sehr emotionales Ereignis für mich“, sagte Geoffrey Kamworor, der in Kopenhagen 2014 auch seinen ersten Halbmarathon-WM-Titel gewonnen hatte. Der Kenianer wird sich nun weiter auf seinen Start beim New York-Marathon am 3. November vorbereiten. Dafür verzichtet er sogar auf das 10.000-m-Rennen bei den Weltmeisterschaften in Doha, für das er sich qualifiziert hatte.

Nach einem guten Beginn mit einer 5-km-Durchgangszeit von 14:56 Minuten und einer 10-km-Zwischenzeit von 29:59 konnte Arne Gabius das Tempo auf dem folgenden 5-km-Abschnitt nicht halten. Diesen lief er in 15:39. „Es lief zunächst gut, aber nach rund fünf Kilometern bekam ich aufgrund des Windes Atemprobleme. Das ging einigen anderen Läufern heute auch so. Zwischen Kilometer 15 und 16 waren die Probleme dann plötzlich verschwunden“, erzählte Arne Gabius, der in dieser Phase das Tempo noch einmal etwas forcieren konnte. „Es gab in diesem Rennen viele Ups und Downs, es war also wie bei einem Marathon und in dieser Hinsicht eine gute Vorbereitung. Natürlich hatte ich mir etwas mehr erhofft“, sagte der deutsche Marathon-Rekordhalter (2:08:33), der ebenso wie Geoffrey Kamworor den New York-Marathon laufen wird.

„Im Training läuft es von Woche zu Woche besser. Aber ich konnte die Trainingsleistung noch nicht im Wettkampf umsetzen. Da fehlt mir noch etwas die Stabilität“, sagte Arne Gabius, der in der nächsten Woche noch in ein elftägiges Höhentrainingslager nach Pontresina (Schweiz) fahren wird.

Nicht so spektakulär aber trotzdem sehr schnell war das Rennen der Frauen in Kopenhagen: Über die genau 21,0975 km lange Distanz siegte die Äthiopierin Birhane Dibaba mit der Weltklassezeit von 65:57 Minuten vor den Kenianerinnen Evaline Chirchir (66:22) und Dorcas Jepchirchir (66:36). Auch die viertplatzierte Alemu Megertu Kebede (Äthiopien) erreichte mit 66:43 noch eine Zeit von unter 67 Minuten.

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