R5K-Tour beim BMW BERLIN-MARATHON
Vanessa Mikitenko und Jakob Dieterich gewinnen R5K-Serie in der U23

| von Christian Ermert (Text) und Norbert Wilhelmi (Bilder)

Jakob Dieterich, Vanessa Mikitenko, Til Stephan und Luise Brzoska haben die R5K-Tour 2026 gewonnen. Am Vortag des BMW BERLIN-MARATHONS gab es für sie Preisgelder und Zuschüsse zu Trainingslagern.

Jakob Dieterich (Franconia Athletics) und Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier e.V.) haben sich die Siege in der U23-Gesamtwertung der vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und German Road Races (GRR) initiierten R5K-Rennserie gesichert. Während Vanessa Mikitenko auch das finale Rennen in Berlin gewann, reichte Jakob Dieterich ein dritter Platz in 14:08 Minuten hinter Anton Saar (Erfurter LAC/14:02 min) und Jonas Kulgemeyer (Osnabrücker TB/14:03 min).

Dieterich verteidigt seinen Vorsprung trotz Trainingsrückstand

In Berlin hatte Jonas Kulgemeyer versucht, die 16 Sekunden aufzuholen, mit denen Jakob Dieterich beim Start in der Gesamtwertung vor ihm gelegen hatte. Der Osnabrücker legte ein schnelles Tempo vor und versuchte, Dieterich abzuhängen. Aber das gelang nicht, obwohl der Franke im Sommer einen Ermüdungsbruch erlitten hatte und dementsprechend wenig trainieren konnte. „Ich bin ein bisschen überrascht, dass es doch noch so schnell ging“, sagte der Wirtschaftsmathematik-Student im Ziel, nachdem er sich mit dem Gesamtsieg einen Trainingslagerzuschuss in Höhe von 1000 Euro gesichert hatte. Er trainiert in Erlangen in einer Trainingsgruppe mit dem 5000-Meter-EM-Zweiten Florian Bremm.

Vanessa Mikitenko macht den zweiten R5K-Gesamtsieg perfekt

Zum zweiten Mal in Folge hat U23-Siegerin Vanessa Mikitenko die Berliner Stimmung genutzt, um sich den R5K-Gesamtsieg zu holen. Sie war bereits vor dem Finale uneinholbar vorn und gewann auch am Brandenburger Tor. In 16:05 Minuten triumphierte die Deutsche 5000-Meter-Meisterin an der Stelle, wo ihre Mutter Irina Mikitenko 2008 in 2:19:19 Stunden den bis heute gültigen deutschen Marathonrekord aufgestellt hatte. „Heute ging es nicht um die Zeit“, sagte Vanessa Mikitenko, „ich wollte nach der langen Bahnsaison noch mal auf der Straße laufen und natürlich den Gesamtsieg sichern. In mehreren Jahren werde ich sicher den Fokus auf die Straße legen, aber noch genieße ich die Bahn. Das bringt mir Schnelligkeit.“ Nach einem Urlaub wird sie die Vorbereitung auf die Saison 2027 beginnen, in der sie nach einer Medaille bei den U23-Europameisterschaften greifen will. 

Brzoska holt den Gesamtsieg, Werner jubelt in Berlin

In der weiblichen U20 gewann Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) die Gesamtwertung, obwohl sie in Berlin als Zweite in 17:00 Minuten weit weg von ihren eigenen Erwartungen war. „Ich wollte unter 16 Minuten laufen, aber ab drei Kilometer lief es gar nicht mehr und ich habe mich ins Ziel gekämpft, um den Gesamtsieg zu sichern“, sagte die erst 16-Jährige Schülerin aus Frankfurt hinterher. Deutlich mehr Spaß hatte Siegerin Ada Werner (SCC Berlin), die nach 16:48 Minuten als umjubelte Lokalmatadorin auf der Geraden zwischen Brandenburger Tor und Original-Marathonziel finishte. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und es war mein Hauptziel, zu gewinnen. Ab dem Brandenburger Tor konnte ich nochmal einen Gang hochschalten“, sagt die Berlinerin, die am Prenzlauer Berg aufgewachsen ist. Sie holte sich mit dem R5K-Rennen Motivation für die bevorstehende Cross- und Hallensaison, nachdem der Sommer 2026 so gar nicht nach ihrem Geschmack verlaufen war: Eine Woche vor den Deutschen Jugendmeisterschaften stürzte sie beim Training für die 3000 Meter Hindernis in den Wassergraben und brach sich den Arm. Damit war auch der Traum von einem Start bei der U20-WM geplatzt. „Nächstes Jahr will ich mich für die U20-EM qualifizieren, mal sehen, ob über 5000 Meter, 3000 Meter oder 3000 Meter Hindernis. 

Til Stephan behauptet knappen Vorsprung und holt den U20-Gesamtsieg

Bei der männlichen U20 ging der R5K-Gesamtsieg an Til Stephan vom Erfurter LAC. In Berlin wurde er zwar in einem knappen Rennen mit 15:02 Minuten nur Vierter hinter Tom Stephan (TV Lilienthal/15:02 min), Lennox Gyulai (Dresdner SC 1898/15:04 min) und Jonas Feldkamp (LAC Kronshagen/15:05 min). Aber am Ende war ihm der Sieg in der Gesamtwertung nicht zu nehmen, weil sein ärgster Widersacher Fiete Timm, der vor Berlin nur sechs Sekunden Rückstand auf den Erfurter hatte, in Berlin mit 15:12 Minuten noch einen Platz hinter Til Stephan ins Ziel kam. So kommt der U20-Gesamtsieger 2026 aus Erfurt, wo Til Stephan in einer starken Trainingsgruppe bei Rico Aßmus und dem 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann trainiert, der 2000 in Sydney Gold über die zwei Stadionrunden gewonnen hatte.