Zwei Wochen nach den Europameisterschaften in Birmingham konnten sie deutsche Medaillengewinner noch einmal vor heimischem Publikum erleben. Für Laufbegeisterte bot der Nachmittag dabei reichlich Gelegenheit, Rennen aus nächster Nähe zu verfolgen und auch abseits der Laufbahn mitzufiebern.
Krause gewinnt über die kürzere Hindernisdistanz
Gesa Krause kam als Europameisterin über 3.000 Meter Hindernis nach Berlin. Beim ISTAF trat sie über die kürzere Distanz von 2.000 Metern Hindernis an. In 5:56,79 Minuten gewann sie vor der EM-Dritten Olivia Gürth und stellte eine Weltjahresbestleistung auf, wie der Tagesspiegel in seinem Bericht vom Meeting festhielt.
Hindernisrennen bieten auch Menschen, die selbst regelmäßig laufen, einen ungewohnten Blick auf ihren Sport. Zum Tempo kommt der Rhythmus vor den Hindernissen, der auch unter zunehmender Belastung erhalten bleiben muss. Von der Tribüne aus lassen sich die Abstände im Feld ebenso verfolgen wie die Annäherung an den Wassergraben. So wird sichtbar, was eine Ergebnisliste allein kaum vermittelt.
Auch Emil Agyekum gewann vor heimischem Publikum. Sein Erfolg über 400 Meter Hürden gab den Berliner Fans einen weiteren Anlass zum Jubeln auf der Stadionrunde.
Neugebauers Dreikampf endet auf der Laufbahn
Leo Neugebauer bestritt beim ISTAF einen Dreikampf aus 100 Metern, Diskuswerfen und 1.500 Metern. Im Diskusring musste er lange um ein gültiges Ergebnis bangen. Erst im dritten und letzten Versuch gelang ihm ein Wurf, dann aber auf 58,54 Meter. Danach stand noch der abschließende Lauf an.
Die 1.500 Meter geben diesem Format einen eigenen Reiz. Wer zuvor beim Sprint und im Wurfbereich zugesehen hat, erlebt dieselben Athleten nun über mehrere Stadionrunden. Neugebauer erreichte als Erster das Ziel und gewann den Dreikampf. Auf den letzten 150 Metern winkte er bereits ins Publikum. Sein anschließender Dank an die Zuschauer brachte die Stimmung dieses Nachmittags auf den Punkt.
Spannung bis zum letzten Versuch
Auch jenseits der Laufbahn blieben Wettbewerbe bis zum Schluss offen. Julian Weber entschied das Speerwerfen mit 89,54 Metern im letzten Versuch für sich und feierte seinen fünften ISTAF-Sieg in Folge. Die US-Amerikanerin Chase Jackson erreichte im Kugelstoßen 21,02 Meter und stellte damit einen Meetingrekord auf.
Zum Reiz eines Stadionmeetings gehört dieser Wechsel zwischen den Disziplinen. Zwischen zwei Läufen kann sich im Wurfbereich bereits die nächste Entscheidung anbahnen. Für Zuschauer lohnt es sich deshalb, gelegentlich den Blick von der Bahn zu lösen und auch einen Wettbewerb zu verfolgen, den sie sonst seltener sehen.
Die Arbeit hinter dem Meeting
Ein Meeting dieser Größe braucht zahlreiche Helfende und verlässliche Partner. Zu den langjährigen Unterstützern zählt die Spielbank Berlin. Das Geschäftsfeld solcher Sponsoren ist auch Gegenstand spezialisierter Informationsportale wie Spielhallen.com. Beim ISTAF ist die Partnerschaft ein Teil der organisatorischen und finanziellen Grundlage des Meetings.
Meetingdirektor Martin Seeber dankte nach der Veranstaltung den Aktiven, den Fans sowie allen Sponsoren und Helfenden. Denn bevor auf der Bahn die erste Entscheidung fällt, müssen das Teilnehmerfeld zusammengestellt, Abläufe abgestimmt und die Voraussetzungen für die Wettbewerbe geschaffen sein.
Laufsport auf der Bahn und in der Stadt
Das ISTAF zeigt den Laufsport aus der Perspektive der Tribüne. Wer mehrere Runden desselben Rennens verfolgt, kann Positionswechsel und wachsende Abstände unmittelbar beobachten. Einen anderen Blick auf die Berliner Laufszene bietet der BMW Berlin-Marathon, bei dem sich das Geschehen über die Straßen der Stadt verteilt.
Im Olympiastadion lag vieles an einem Ort: Krauses Hindernislauf, Agyekums Heimsieg und Neugebauers abschließende Stadionrunden. Für Laufbegeisterte war das eine Gelegenheit, unterschiedliche Anforderungen ihres Sports nebeneinander zu erleben und die Aktiven bis ins Ziel anzufeuern.