Weltrekordlerin Kosgei trifft auf Weltmeisterin Chepnge

| Text: Jörg Wenig | Foto: Virgin Money London Marathon

Beim London-Marathon trifft am 26. April die Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Brigid Kosgei auf die Weltmeisterin Ruth Chepngetich. Es ist das erste Mal, dass die beiden Kenianerinnen in einem Marathon aufeinandertreffen werden. Bereits vor einigen Wochen hatten die Veranstalter den erneuten Start von Superstar Eliud Kipchoge bestätigt.

Kosgei hatte vor einem Jahr beim London-Marathon in 2:18:20 Stunden triumphiert und war dann in Chicago im Oktober zum Weltrekord von 2:14:04 gestürmt. Chepngetich gewann im Januar 2019 den Dubai-Marathon mit einem Streckenrekord von 2:17:08 und wurde dann in den extremen Wetterbedingungen von Doha souverän Weltmeisterin über die 42,195 km. Die beiden Kenianerinnen sind bisher zweimal bei einem Halbmarathon aufeinandergetroffen. Hier gewann jeweils Brigid Kosgei das Rennen. In London kommt es nun schon vor den Olympischen Spielen im Sommer in Japan, wo allerdings ganz andere Wetterbedingungen herrschen werden, zum Duell der zurzeit besten Marathonläuferinnen der Welt.

„Ich freue mich sehr, nach London zurückkehren zu können. 2019 war ein außergewöhnliches Jahr für mich, das mit einem Sieg in London begann. Ich hoffe, dieses Jahr wird genauso gut“, sagte Brigid Kosgei.

Die Kenianerinnen müssen sich in London mit einer Reihe von sehr starken Landsfrauen auseinandersetzen. Mit Gladys Cherono steht die Läuferin am Start, die beim Berlin-Marathon mit 2:18:11 den Streckenrekord hält. Vivian Cheruiyot ist die London-Marathon-Siegerin des Jahres 2018. Die aktuelle 5.000-Meter-Olympiasiegerin gewann damals mit ihrer persönlichen Bestzeit von 2:18:31. Außerdem ist mit Joyciline Jepkosgei die Halbmarathon-Weltrekordlerin (64:51 Minuten) am Start, die im vergangenen Jahr auf Anhieb ihr Marathon-Debüt in New York mit 2:22:38 gewann.

Mit Roza Dereje (Bestzeit: 2:18:30) und Degitu Azimeraw (2:19:26) stehen zudem zwei Äthiopierinnen auf der Startliste, die bereits unter 2:20 gelaufen sind.

Bestzeitjagd der schnellsten Läufer

Bereits vor einigen Wochen hatten die Veranstalter den erneuten Start von Superstar Eliud Kipchoge bestätigt. Der Kenianer, der in Berlin 2018 den aktuellen Weltrekord von 2:01:39 Stunden aufgestellt hatte, dann in London vor einem Jahr mit der Streckenrekordzeit von 2:02:37 gewann und schließlich in einem inoffiziellen Rennen in Wien die Traum-Barriere von zwei Stunden unterbot (1:59:40,2) trifft an der Themse auf die Zweit- und Drittplatzierten des vergangenen Jahres. Der Äthiopier Mosinet Geremew war 2019 als Zweiter lediglich 18 Sekunden hinter Eliud Kipchoge im Ziel. Mit diesen 2:02:55 Stunden ist er zurzeit der viertschnellste Läufer aller Zeiten. Sein in London 2019 drittplatzierter Landsmann Mule Wasihun lief mit 2:03:16 ebenfalls eine absolute Weltklassezeit. Tamirat Tola (Äthiopien/2:04:06) ist der viertschnellste Läufer auf der aktuellen Startliste, auf der auch der Norweger Sondre Moen (2:05:48) aufgeführt ist.

Nicht auf dieser Liste findet sich dagegen Kenenisa Bekele. Wo und ob der Äthiopier im Frühjahr einen Marathon laufen wird, ist nicht bekannt. Bekele hatte beim Berlin-Marathon im vergangenen September mit einer sensationellen Zeit von 2:01:41 den Weltrekord von Eliud Kipchoge um nur zwei Sekunden verpasst.

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