Berlin bildet den Abschluss der R5K-Tour 2026, die zuvor in Dresden, Hannover, Paderborn und Hamburg Station gemacht hat. Die 2023 von German Road Races (GRR) und dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) initiierte Serie bietet Nachwuchsläuferinnen und -läufern eine Bühne im Straßenlauf.
Startberechtigt sind Talente zwischen 15 und 22 Jahren. In den Wertungen U20 und U23 geht es neben dem Gesamtsieg um Preisgelder und Zuschüsse zu DLV-Trainingslagern. Um 11:50 Uhr starten die Talente am Samstag (26. September) über fünf Kilometer auf der Original-Marathonstrecke vom Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor.
Im Mittelpunkt steht in Berlin Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier e.V.). Nach ihren Siegen in Hannover und zuletzt beim CURREX Alsterlauf in Hamburg ist der 21-Jährigen die Titelverteidigung in der U23-Gesamtwertung nicht mehr zu nehmen. In Hamburg gewann sie überlegen in 16:22 Minuten.
Mikitenko hat sich 2026 auch in der Erwachsenenklasse etabliert. Über 5000 Meter wurde sie in Bochum-Wattenscheid Deutsche Meisterin, steigerte ihre Bestzeit auf 15:18,77 Minuten und startete bei den Europameisterschaften in Birmingham, wo sie Rang 14 belegte. „Es hat Spaß gemacht und jetzt freue ich mich auf Berlin“, sagte sie nach ihrem Erfolg in Hamburg. Das Finale hat für Mikitenko zudem eine besondere Bedeutung: Ihre Mutter Irina lief 2008 beim BERLIN-MARATHON in 2:19:19 Stunden deutschen Marathonrekord – eine Bestmarke, die bis heute Bestand hat. Damals war Vanessa drei Jahre alt. 18 Jahre später kann sie am selben Ort zum zweiten Mal die U23-Gesamtwertung der R5K-Tour gewinnen. Dafür gibt es 1000 Euro Preisgeld sowie einen Zuschuss zu einem Trainingslager in gleicher Höhe.
Kulgemeyer fordert Dieterich
Deutlich offener ist das Rennen in der männlichen U23. Jakob Dieterich (Franconia Athletics) führt mit einer addierten Zeit von 28:41 Minuten vor Jonas Kulgemeyer (Laufteam Niedersachsen/Osnabrücker TB) mit 28:57 Minuten. Kulgemeyer gewann zuletzt in Hamburg in 14:32 Minuten und reist damit mit einem Erfolgserlebnis zum Finale.
Luise Brzoska auf Pole Position
In der weiblichen U20 ist der Gesamtsieg Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) kaum noch zu nehmen. Sie führt nach ihren Siegen in Dresden und Hannover mit 33:04 Minuten deutlich. Dahinter kämpfen Marielies Quehl (SC Steinatal/35:36) und Tanya Schulz (SV Rosche/35:54) um die weiteren Plätze. Schulz hatte sich zuletzt in Hamburg mit neuer Bestzeit und einem starken Endspurt nach vorne geschoben.
Fiete Timm mit Rückenwind aus Hamburg nach Berlin
Bei der männlichen U20 trennen die beiden Führenden vor dem Finale nur sechs Sekunden: Til Stephan (LAC Erfurt) liegt mit 30:07 Minuten knapp vor Fiete Timm (LC Paderborn/30:13). Timm hatte beim CURREX Alsterlauf mit 15:20 Minuten Rang zwei hinter Tom Stephan (TV Lilienthal/15:16) belegt.
Damit ist alles angerichtet für ein spannendes Finale: Auf den letzten fünf Kilometern der Strecke des BMW BERLIN-MARATHON bekommt Deutschlands Laufnachwuchs am Samstag seine große Bühne – mit dem Zieleinlauf am Brandenburger Tor.